Adventkalender "Naturmentoring"

Adventkalender "Naturmentoring"

14. Tür:

Heute schlüpfen wir am 14. Dezember durch die Ohrmuschel auf unseren Sitzplatz


Übung Naturmentoring:


Jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe liegt die Welt noch in Schlaf. Ganz wenig höre ich. Das leise Summen der Stromleitungen im Haus, meinen Atem, draußen schmilzt der Schnee und tropft von der Dachrinne, oder doch von der Mauer, hört sich verschieden an. Augen schließen. Die Uhr in der Küche tickt. Atmen. Die Augen sind geschlossen und ich höre … die Katze miaut vor der Tür. Ich folge dem Ruf. Öffne die Türe und lausche noch in die Nacht hinein. Mit geschlossenen Augen stehe ich barfuß im Schnee. Jetzt hör ich viele Wassertropfen. Rechts von mir, links von mir. Hinter mir, Vor mir. Überall tropft es. Es taut. Mit geschlossenen Augen. Tauwetter riecht anders als Eis und Frost und Schnee. Die Wärme bringt andere Gerüche hervor. Verrottendes Laub. Der Tropfen der auf die Laubblätter am Boden fallen, machen einen anderen Ton als die, die auf den letzten Schnee landen. Ein Auto durchbricht die Stille, gefolgt von Kirchenglocken in der nahen Ferne. Ich höre dieses leise Knistern, wenn der Schnee schmilzt. Vergesse ganz darauf, dass ich barfuß im kalten Schnee stehe. Bin ganz verbunden. Von Minute zu Minute werden die Geräusche der Welt mehr und mehr. Erwachen. Noch ist es finster. Wenn ich die Augen öffne, werden die Geräusche weniger. Also schließe ich die Augen wieder. Ich genieße diesen Klangteppich der Schneeschmelze. Tropf, tropf, tropf. Es tropft und tropft mehr und mehr. Und je näher der Morgen rückt, desto mehr tropft es. Es wird also wärmer. Mhhh. Es genügen also nur wenige Milligrade Erwärmung und schon geht die Schmelze schneller. Irgendwann hörst Du fließendes Wasser. Vom Tropfen zum Fluss! Dann folge dem Ruf, den Geräuschen. Spurensuche mit dem Hörsinn. Das ist Königsdisziplin.