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Die Mauerraute - Zeitzeugin

Die Mauerraute - Zeitzeugin

Ich finde ja Stadtkräuterwege besonders erforschenswert. Eine unglaubliche Vielfalt ist vorgesehen. An alten Kirchenmauern hängt ganz keck die wohl vergessene Mauerraute. In den Mauern der Pfarrkirche Morzg, und der Andräkirche in Salzburg, aber auch in der ach so wundervollen Steingasse im idyllischen Salzburg finden wir die Mauerraute.

Sie ist eine Zeugin der Urzeit. Archaisch und geheimnisvoll.

Kinder sind von Farnen oft fasziniert. Farne sind die Zeugen der Urzeit und sie erinnern uns an unsere Seelenaufgabe, an die Quelle unserer Herkunft. Mit Farnen kann man bei Kinderwunsch Seelen einladen, mit Farnen in der Matratze wurde früher aber auch verhütet (energethisch), und Farne in der Matratze halten Ungeziefer, Strahlungen und Unerwünschtes fern.

Farne richten auf und stärken die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Alsplenium ruta muraria - Die Mauerraute, auch Mauerstreifenfarn, Zahnkraut, Harngras, Seichkräutl, Felsraute, Wandraute, Murrute, Meichlkraut, Wasserkraut, Stoanneidkraut, Mauerassel, Eselsfarlin und Wall Rue (englisch), ist ein verkanntes Geschenk des Himmels. Wer denkt, dass ein Kraut, welches in harten Mauerritzen wächst und keine sichtbaren Blüten trägt, so heilsam ist für den Menschen? Und vor allem liebt es die Stadt und das Verhärtete, den Beton und das Gemäuer. Die Blätter ähneln denen der Weinraute (Ruta graveolens). Die beiden Gewächse sind aber nicht verwandt. Die Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) findet man auch oft auf alten Familienwappen und auf Bildern der alten Meister. Angeblich war die Mauerraute auch immer ein Bestandteil der Hexensalben. Ich kann mir vorstellen, dass dafür vor allem die Sporen verwendet wurden, sollten diese ja unsichtbar machen, wenn sie in der Johanninacht gesammelt wurden. Die Mauerraute ist nicht bewusstseinsverändernd, so heißt es. Aber da will ich anmerken… was bedeutet für uns „bewusstseinsverändernd?“ Wir glauben immer, dass bewusstseinsverändernd, eben Drogen und psychoaktive Pflanzen wirken. Im weitesten Sinn richtig, aber jede Pflanze, mit der ich mich beschäftige, jedes Märchen, jede weise Aussage, jede Farbe, jede Form,… mit der ich meditiere und mich ihr anvertraue, verändert mein Bewusstsein, mein bewusstes Sein und Tun. Es ist egal, ob es ein Gänseblümchen oder Mohn ist. Natürlich nicht, wenn ich es einnehme. Aber wir müssen einmal verstehen, dass alles was ich mache und tue ständig bewusstes Sein verändert und bewegt und in Entwicklung bringt. Aktion – Reaktion. Die Heilkunde der Zukunft wird darauf aufgebaut sein, dass wir uns wieder ganz mit den Pflanzen und allem verbinden und so zu unserer Medizin für den Geist finden. Körper, Seele und letztendlich der Geist verlangen nacheinander und wollen gezielt wieder zusammenfinden. Und dabei helfen uns Pflanzen.

Die Mauerraute ist eine besondere Helferin. Sie löst Hartes auf. Sie führt von Verhärtungen in die Sanfte Weichheit. Sie führt zum Ursprung und ermöglicht Wandlungen. Sie macht es auch dort so, wo sie wächst. Sie löst Mauern auf, um neues Gebiet zu erschließen. Ganz langsam wächst sie und wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hat, so kommen das weiche Moos und wieder andere Gewächse und überziehen die Gemäuer.

Renato Strassmann, ein wunderbarer heilkundiger Mann aus der Schweiz, schreibt so schön über die Mauerraute, dass sie bei tiefsitzenden alten Schockerlebnissen hilft, Traumata, festgefahrenen Verhaltensmustern, schwer oder kaum zugänglichen Gefühlswelten das Tor öffnet. Sie weicht Muskelkater, Nierensteine, Versteifungen, Verhärtungen, Ablagerungen und Entzündungen auf, auch Gewebeverhärtungen und Narbengewebe. In Wohnräumen wandelt die Mauerraute Stauungen, Blockaden und Verhärtungen. Auf geistiger Ebene öffnet sie die spirituelle Bewusstheit. Inneres Wissen und innere Weisheit werden zugänglich gemacht.

Bei all den vielen Wirksamkeiten solltest Du allerdings nicht vergessen, die Schönheit und die Kraft dieser Pflanze zu sehen. Sie kommt mit scheinbar nichts aus – fasst Fuß an einer Steinmauer. Klar, sicher und sie wird uralt dabei. Die Schlichtheit, die Einfachheit ist es oft, die die Seele abholt und ergreift.



Die höhere Entwicklung der Seele beginnt dann erst,

wenn man sich über die kleinste Blume,

über das kleinste Blumenblatt,

über das unscheinbarste Käferchen

oder Würmchen so wundern kann

wie über die größten kosmischen Vorgänge.

Rudolf Steiner



Halte Ausschau auf Deinen Streifzügen durch alte Gemäuer und Städte und begegne der Pflanze der Urzeit und lass Dich darauf ein.

Herzlichst und auf dem Weg Monika Rosenstatter



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