Walpurgisnacht - Die Zeit der Motivation und Orientierung
- Monika Rosenstatter
- 29. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Wo geht's nun hin im Jahreskreis?
Zu jedem der acht Jahreskreisfeste gibt es gewisse Schlagworte, die treffender nicht sein könnten.
die Walpurgiszeit ist nicht das Fest des Maibaums und der Hexen.
Da das Rad des Lebens sich an Mutter Natur orientiert finden sich die meisten Antworten in der Natur.
Als Gärtnerin und Kräuterfrau bin ich eng mit den natürlichen Zyklen verbunden und beobachte genau. Nun haben die Samen gekeimt und viele Pflanzen finden im Garten ihre Standorte. Nun brauche ich ein klares Ziel vor Augen - im Gärtnersinn also die Ernte. Die Ernte, die ich über die kommenden Monate und im Herbst einbringen will ist das Ziel. Die ist meine Orientierung - danach richte ich mich aus. Und dieses Ziel, das leckere Zucchinichutney, die Erdbeermarmelade, die Maroniernte, knackige Salate und Beeren, ... all das befeuert meine Motivation.
Jetzt heißt es viel arbeiten. Pflegen, düngen, wässern,... auch wenn ich biogärtnere und im Permakulturgedanken unsere Gärten bestelle, ist viel zu tun. Aber ich bin motiviert, weil ich ein Ziel vor Augen habe.
Jetzt zu Walpurgis frage Dich doch einmal: Welches Ziel habe ich vor Augen?
Wo will ich hin? Wie stehts mit meiner Orientierung?
Was motiviert mich?
Walpurgis steht im Jahresrad im Südosten. die Feuerkraft erwacht, Himmel und Erde verbinden sich, und dies bringt Lebenskraft. All die Maifeste, das Symbol des Maienbaums, symbolisieren die Fruchtbarkeit, die Vereinigung der Pole und dadurch die Möglichkeit neues sichtbar werden zu lassen. Die Rituale waren seit jeher Fruchtbarkeitsrituale, welche dem Volk dienten, um die Lebensgeister des Feldes zu würdigen und so gute Ernte einbringen zu können. Der Sonnengott und die Erdgöttin vereinen sich und es blitzt und donnert und alles erwacht zum Leben.
Der Maibaum, bunte Bänder, Maientänze und natürlich die Marienkraft und der Maitrunk befeuern die Lebenslust und treiben den Motor an weiter durchs Jahresrad zu gehen, zu tanzen.
Ich habe Maienkräuter gesammelt: Waldmeister, Gundelrebe, Traubenkirsche, auch die großen Blätter der Erzengelwurz, duftendes Ruchgras und Löwenzahnblüten. Und natürlich Gänseblümchen - die Blumen der Göttin Freya, der Frau Holle. All die Kräuter habe ich getrocknet und gemeinsam mit Dinkelspelz in kleine Frauenkraftkissen eingepackt. Diese Kissen dienen der Stärkung der Lebenskraft, der Motivation und auch des Schutzes.
Die weisen Frauen werden jetzt zu Walpurgis besonders geehrt. In jedem Tal lebte früher eine weise Frau und zu den Festen trafen sich alle an bestimmten Orten. Dort feierten sie nicht nur, dort teilten sie ihr Wissen, halfen sich gegenseitig und jede brachte ihre besondere Gabe sinnvoll ein.
Zum Wohle der Frauen im Kreis.
auch binde ich kleine symbolische Hexenbesen - sie zählen zu den Ritualgebinden. Dafür habe ich kleine Stecken von Buchen gesucht, sogenannten Süntelbuchen - das sind so knorrige Verwachsungen. Diese gefallen mir besonders gut und sie wirken sehr magisch.
als Reisig nehme ich Gras, dünne Ruten von Himbeeren, Brombeeren, und so manch anderes Gezweig, das ich in der Natur und im Garten finde.
Der Hexenbesen: Der Stiel steht für das Ziel, das konkrete, direkte, für das Ziel. Er symbolisiert das männliche Prinzip. Das Reisig, das Geäst steht für das Netzwerk, die Verzweigungen, die Wege, und Möglichkeiten, die Fülle - für das weibliche Prinzip. Vereinen sich diese beiden Stärken, so entsteht wahrlich ein klassischer Besen. Und ein Besen kann vieles.
Kehren und Reinigen und Fegen.
Schützen, wenn man ihn verkehrt herum vor die Türe stellt, lässt er negative Energien nicht rein.
Und natürlich fliegen - wenn man ihn als schamagisches Reisegefährt anwendet. Dazu gibt es wohl viele Geschichten und Mythen. Schon Goethe beschrieb dies in seinem Werke Faust.
Sagen wir mal so: eine stabile und gepflegte Lebenskraft, die sich im Laufe des Jahresrades entwickelt, lässt wahrlich höher fliegen. Weil sie gut verwurzelt ist.
In diesem Sinne wünsche ich allen eine zauberhaft magische Walpurgiszeit!
Eure Monika Rosenstatter
PS: am 30. April bin ich im Museum Fronfeste in Neumarkt als Gast für einen Workshop zum Thema Walpurgis für Euch da. Wir basteln kleine Hexenbesen und Duftkissen, kosten Maitrank und lauschen meinen Erzählungen über rituelle Kräuter- und Baumheilkunde zur Walpurgiszeit.
15:30 - 17.00 Uhr Selbskostenbeitrag 5,00 Anmeldung unter office@win-neumarkt.at
Bei Frau Lungelhofer.
Hier einige Infos zu diesem sehr genialen Event der Plusregion!

… Menschlich zu sein heißt,
sichtbar zu werden,
während man das Verborgene
als Gabe
für andere einbringt …
David Whyte





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