Schreiben erdet...

Seit ich denken kann, schreibe ich. Viel am Pc, auch am Handy. Ist so heutzutage. Immer wieder kehre ich jedoch zurück zu Stift und Papier und schreibe mit der Hand. Immer wieder schreibe ich sogar ganze Kursskripten mit der Hand. Warum? Weil diese Art zu Schreiben erdet, es eine der besten Konzentrationsübungen bietet und ich es liebe. Man muss absolut bei der Sache sein, wenn man so wie ich oft 30 - 40 Seiten mit der Hand schreibt. Ist man abgelenkt, so beginnt man wieder und wieder und wieder.

Ich schreibe Gedichte, Gebete und Sprüche auf Papier, stelle Versuche mit Schriftarten an und experimentiere. Schreiben befreit. Schreiben entbindet von Gedanken.

Warum es erdet? Am Handy schreiben erdet eher nicht. Das ist mal klar.

Auf Papier die Gedanken niederzuschreiben erdet schon aus einen ganz anderen Grund. Da muss man auch die Energie betrachten.

Schreibe ich auf Papier, so ist das Papier aus Holz, das Holz kommt vom Baum und der Baum hat Wurzeln. Und genau deshalb erdet und verwurzelt Handschrift so nachhaltig.

Wer Tagebuch schreibt, und das ist wissenschaftlich bewiesen, hat definitiv seine kleine Problemchen im Alltag besser im Griff, als jemand, der abends nicht schriftlich reflektiert oder das Thema zerfleddert auf irgendwelchen Kanälen im Netz.

Altmodisch? Nein! Moni die alte Schreibtante! Schreiben ist Kunst und Kunst ist für mich Religion!

Hingabe, sich Zeit nehmen, bei der Sache sein, (schnelles Löschen ist am Papier nicht möglich), und sich freuen an dem Schriftbild. Ich beobachte seit Jahren mein Schriftbild. Faszinierend wie die Schrift eines Menschen sich dem Bewusstsein anpasst, der Tagesverfassung und sich oft unter dem Aufschreiben einer Geschichte sogar verändert.