top of page

Jännerwind

Heute hat der Wind so richtig gepfiffen. Mei wie hat mir das gefehlt. Was wäre ein ordentlicher Jänner, und vor allem ein Februar ohne diese Winterwinde. Kalt, windig und so richtig schöne Windmusik. Musik die um die Hausecke pfeift. wir mussten vorhin so lachen, weil zum ersten mal der Wind so richtig geschlagen hat. wir saßen in der guten Stube und hörten immer wieder: Gong, gong ...



Da haben sie gespielt... der Wind und der Gong und die schönsten Töne hervorgebracht.

Und ich sagte zu Helena: Heut hab ich mein Mehlsackerl mit. Wir müssen den Wind füttern. Sie sagte: Wir füttern am Mittwoch auch mit den Kindern den Wind.

Ja, der gute alte Brauch des Wind Fütterns ist mir über die vielen Jahre ans Herz gewachsen. Der Wind ist der Atem der Seelen.

Dem Wind ein Opfer bringen in Form von Mehl ist ein uralter Brauch. Vor allem am Tag des Blasius. Der Blasiustag ist der 3. Februar. In der katholischen Kirche wird an diesem Tag der Blasiussegen gespendet und unsere Vorfahren streuten Mehl in den Wind. Sie erbitteten damit sanfte Winde, oder auch den nötigen Wind, den es braucht, um Altes wegzufegen.

Besonders heilsam ist es auch, sich in den Wind zu stellen. Hände ausbreiten und sich ganz dem reinigenden Februarwind hingeben und jede Zelle von Windkraft freifegen zu lassen. Sich im Wind wiegen, mit dem Wind sich bewegen, selbst zum Wind werden.

In vielen Kulturen lauschten die Weisen, die Ältesten den vier Winden um Botschaften für ihr Volk zu erhören. Es wurden noch höhere Ebenen in die Entscheidungen mit einbezogen, in tiefer Verbundenheit mit der Natur und dem göttlichen Sein.

So gehe ich und streue in den nächsten Wochen auch immer wieder Mehl in den Wind. Mögen die Visionswinde zu Lichtmess Einblicke, heilsame Botschaften und Segen schenken.


Hast du schon ein Mehlsackerl? Wenn nicht? Dann nähe dir doch eines zu Lichtmess!


Helena streut Mehl in den Wind....



Ein wunderschönes Gebet zu Lichtmess möchte ich Euch hier noch niederschreiben. Es ist uralt und wurde immer wieder von Mund zu Ohr weitergegeben: 

"Ich erhebe mich heute durch die Kraft des Himmels. Durch Das Licht der Sonne, den Schein des Mondes, den Glanz des Feuers, durch die Geschwindigkeit des Blitzes, die Schnelligkeit des Windes, die Tiefe des Meeres, die Festigkeit der Erde, die Stabilität des Felsens!“

Herzlichst und Grüße von den vier Winden!

Monika





569 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page