Die "Wiesenkönigin" tanzt - Das Mädesüss

Samstag Abend. Ein lauer Sommerabend zieht durchs Land und ich sitze mit Mädesüsstee in der Hand da, blicke in die Nacht hinein und sinniere über den unvergleichlichen Duft dieses Getränkes. Frisch habe ich die Blüten aufgebrüht. Ich gieße jeden Tee frisch auf. Ist so meine Art zu dieser Jahreszeit.

Mädesüss blüht nun zu Hauf in meinen Gärten. Hier im Heilgarten am Wiesenberg ebenso wie in der Mühle. In der Mühle blüht ein Feld. Ja, ein riesiges Feld. Heute habe ich bereits große Buschen geschnitten, sie gebündelt und kopfüber am Kräuterdachboden aufgehängt. Wie das duftet. Schon als Kind war ich dieser Pflanze verfallen. Sie verströmt ihren Duft nochmals anders als der Holunder. Der Holunder wirkt etwas kühler, das Mädesüss ist hitziger und bringt auch das Blut ordentlich in Wallung, obwohl es kühlt. Es wirkt ganz speziell. Eigen-artig!

Mädesüss hilft uns dabei, ganz selbst zu sein und uns auch zu trauen, dies von innen nach außen zu tragen. Sei was Du bist. Es hilft vor allem bei der Schattenarbeit. Wunderbar, welch anregendes Gespräch ich heute mit einem ganz jungen Mann hatte, der ganz bewusst Schattenarbeit betreibt, weil er merkt, wie dies das Bewusstsein klärt. Mädesüss unterstützt extrem dabei, Schattenseiten, welche wir an uns bewusst erkennen, aufzulösen. Vor allem hilft es dabei dies zu trainieren. DRANBLEIBEN ist das Motto des Mädesüss. Schattenarbeit ist keine Eintagsfliege, sondern tägliches Training. Wenn man dies gut trainiert und lernt über seine Schatten zu springen, hat ein viel unbeschwerteres und fröhlicheres Leben. Vor allem strahlt so ein Mensch und zieht sein Umfeld mit.


Die Blütenstände sind besonders interessant. Auf einem Blütenstand sind ganz viele verschiedene Stadien der Blüten. Knospen, halbaufgeblüht, bereits voll entwickelte Blüten. Es deckt sämtliche Stadien der Entwicklung eines Menschen ab. Starke Abkochungen aus Mädesüssblüten dienen hervorragend als Einreibemittel für die Haut. Dies stärkt die Ausstrahlung und die Bereitschaft für faire Kompromisse. Unsere Haut ist ein ganz besonderes Sinnesorgan, welches in Zukunft noch viel wichtiger werden wird.


So und nun noch Wissenswertes über das Mädesüss:


Mädesüss - Filipendula Ulmaria

Das Mädesüß wird auch die Große Wiesenkönigin oder Wiesenspiere und Wiesengeißbart, Wilder Hirsch Stopparsch (bei Durchfall), Federbusch oder in engl. Meadowsweet genannt. Das Mädesüß ist ein besonders Gewächs unter den Rosengewächsen. Bereits im Frühling reibe ich an ihren Blättern und versuche ihr ihren eigenartigen Duft zu entlocken. Sie duftet so richtig medizinisch, rein und erfrischend. Und erfrischend ist auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie löscht das Feuer, wenn es zu heiß wird. Sie steht ja mit ihren Füßen, mit der Wurzel gern an kühlen feuchten Stellen, den Kopf hat sie lieber in der Sonne. Also geradezu umgekehrt, wie es der alte Spruch uns sagt. Beim Menschen sollte es so sein: „Kopf kalt, Füße warm, hält den besten Doktor arm.“ Das Mädesüß trägt diese Signatur umgekehrt in ihrem Wesen und so ist sie dann gut, wenn wir Fieber oder Kopfschmerz haben und Mädesüß zur Stelle ist. Sie kühlt den Kopf, hilft die Angst zu vertreiben, wenn sie uns einengt und hilft uns unseren Duft zu verströmen, so zu sein wie wir sind. Wenn der Kopf zu platzen droht, weil Migräne plagt, dann greife doch mal zum Mädesüß! Ich sammle hier vor allem auch im Spätsommer die Samen, sie sehen aus wie kleine Spiralen – eine sehr interessante Sprache, welche diese Pflanze da spricht. Diese Samen… was sagen sie uns? Winde Dich aus der Angst heraus? Oder überwinde sie? Oder was soll ich überwinden? Die getrockneten Samen werden gekaut wie Kopfwehtabletten, oder besser gesagt als Ersatz für die Tabletten. Sie sind äußerst wirksam als Kopfwehmittel, als Schmerzmittel. Die Samen in Honig eingerührt wirken noch intensiver - ein hervorragendes Schmerzmittel.



Das Mädesüß blüht gleich nach dem Holler an feuchten Stellen an Seen, Bächen und Flussufern. Sie reinigt vor allem auch die Gewässer. Diese Eigenschaft wendet sie auch dann beim Menschen an, wenn der Sumpf zu tief wird. Aus ihr wurde im Jahr 1830 erstmals entzündungshemmende Salicylate extrahiert. 60 Jahre später wurde dann daraus das „Aspirin“. Mädesüß führte also kluge Köpfe zur Entwicklung des Aspirins. Im Aspirin kam allerdings die synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure zum Einsatz. Ein Schmerzmittel erster