Zeit-Losigkeit - Herbstzeitlosen

Wenn ich etwas liebe, dann ist es das Spiel mit Raum und Zeit. Und ich leibe auch das "losen" - in unserer Mundart ein anderes Wort für hinhorchen. Alleine im Namen der Pflanze "Herbstzeitlose" liegen so viele Botschaften über die man philosophieren kann, dass die Zeit nur so dahinrauscht.

Die Herbstzeitlosen blühen im Oichtental. Ich habe die Fülle dieser Pflanze bereits im Frühling erahnen können, da sie ja ganze Wiesen und Hänge, vor allem die umliegenden Feuchtwiesen im Mühlental, ihre Blätter und azyklischen Fruchtknoten trieben. Sie gleichen schon sehr dem Bärlauch und man glaubte ja wahrlich ein Bärlauchfeld liege vor einem.


Hier sieht man die Blätter der Herbstzeitlose im Frühling. Von den Fruchtknoten muss unbedingt noch im kommenden Jahr ein Foto nehmen.

Nun diese Blätter mit mächtigen Fruchtknoten zogen sich wieder zurück und es war still geworden über den Sommer. Nichts mehr von der Herbstzeitlose war zu sehen. Die Zwiebeln ruhten unter der Erde und vor allem unter den teils meterhohen Gräsern und dem Wilkräuterbewuchs. Ich wartete und der September rückte näher und ich schaute jeden Tag, ob schon Blüten zu sehen sind. Und nun ist es soweit. Schaut man ganz genau, dann tummeln sich gerade 1000e Herbstzeitlosenblüten im Untergras und ich bin ganz entzückt. Jeden Tag gehe ich schauen und bewundere diese Pflanze. So zart und so magisch. Colchicum autumnale. Mit ihr wird auch immer wieder die Sage aus der griechischen Mythologie in Verbindung gebracht, die Sage vom Goldenen Vlies, der Zauberin Medea, dem Zwillingspaar Helle und Phrixos, die Argonautensage, und sehr spannend, auch die kollektiv verletzte Weiblichkeit. Im Volksmund wird die Herbstzeitlose auch die "Nackte Jungfer" bezeichnet und "Sohne vor dem Vater" was auf die vielen Geschichten hinweist, in denen die Mutter ihren Sohn dem Vater bevorzugt. Der Name "Sohne vor dem Vater" stammt auch daher, dass zuerst die Herbstzeitlose im September blüht, zur Wintersonnenwende sie sich selbst befruchtet und erst dann viel später im Frühling die Blätter und Fruchtknoten treibt. Also sie macht einfach alles anders als der Mensch hat so natürlicherweise gewohnt ist.

Zur Wintersonnenwende findet die Befruchtung statt - das alleine ist schon ein Hinweis darauf, dass die Pflanze etwas mit unserem ureigensten innersten Licht zu hat. "Die nackte Jungfer" hat auch etwas mit dieser Befruchtung, also aus dem sich selbst heraus gebären, indem die zwei Polaritäten weiblich und männlich verschmelzen, zu tun. Jedoch steht die Herbstzeitlose in engster Verbindung mit der 2 - der Hohen Priesterin, diejenige, die als das Weibliche für sich alleine steht. Der absolute Kanal, Reinheit des Astralkörpers. Der goldene Schimmer des Astralkörpers noch in vergangenen Zeiten wird in der Mythologie als das Goldene Vlies des damaligen Widderzeitalters bezeichnet. Das goldenen Vlies war das Fell des fliegenden Widders "Chrysomeles".


Quelle Anthrowiki:

„Rein und hell war der Astralleib und umfloss dasjenige, was als physischer und Ätherleib als Anlage da war. Mit dem Eintritt des Ich aber war der Egoismus hineingetreten, und verdunkelt war der Astralleib geworden, verloren war der reine Goldfluß des Astralleibes, immer mehr war er verloren bis der Mensch heruntergestiegen war auf den tiefsten Punkt des physischen Planes in der griechisch-lateinischen Zeit. Da mussten die Menschen daran denken, wieder zu gewinnen den reinen Fluß des Astralleibes, und es entstand in den Eleusinischen Mysterien dasjenige, was man nannte: das Suchen nach der ursprünglichen Reinheit des Astralleibes. Den Astralleib wieder in seinem ursprünglich reinen Goldfluß herzustellen, das wollten die Eleusinischen Mysterien, das wollten auch die Ägypter. Das Suchen nach dem goldenen Fluß war eine der Proben der ägyptischen Einweihungen: und das ist uns erhalten in der wunderbaren Sage des Aufsuchens des Goldenen Vlieses durch Jason und die Argonauten. Als die unteren Organe noch in ihrer Form den Kähnen[1] glichen, da hatte der astralische Leib in der Wassererde noch den goldenen Glanz. Das Suchen nach diesem Astralleib ist dargestellt in dem Argonautenzug. Der Argonautenzug hat wirklich stattgefunden, geradeso wie der trojanische Krieg.“


Nun, die Pflanze ist giftig und giftig und auch tödlich. Das will angemerkt sein. man möge sich dieser Pflanze auf geistiger Ebene nähern und vor allem tief in die alten Mysterien eintauchen um für sich die richtigen Botschaften herausfiltern.