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Die Blumen des Winters

Schnee hatten wir nun für kurze Zeit. Die sonne ist aber schon so stark, dass sie am Tag das weiße Gold schmelzen lässt. Durch den Schmelzharsch ragen mancherorts die ersten Spitzen der Frühlingsknotenblumen und der echten Schneeglöckchen.


Seit jeher sind diese zwei Boten des Winters die Künder des Lichtmesszeit und doch würdigen sie noch den Jänner. Der Jänner ist im Jahresrad eine ganz besondere Zeit. Schnee haben wir nicht alle Jahre, auch nicht alle Tage und so ist jeder Tag an dem wir Schnee haben ein Geschenk. Die kristalline weiße Schönheit des Himmels verzaubert für einige Zeit die Welt um uns herum, und wer kann möge dies mit allen Sinnen genießen.


Wenn am späten Nachmittag, wie gestern auch, die Jännersonne sich übers Land legt, dann erwacht die Sehnsucht nach dem Schneeglöckchen. Ach wie ist es doch schön, wenn ich meiner liebsten Freundin nach Wien die ersten Schneegläöckchenfotos zusenden kann mit einem lieben Gruß: Der Frühling kommt!


Das Schneeglöckchen gilt als Blume der Hoffnung. Hoffnung darauf, dass nach jeder dunklen, langen Zeit, das Licht wiederkehrt, der Frühling ins Land zieht und schon bald die Singvögel ihre Lieder von den Bäumen trällern.


Die Menschen schmückten in früheren Zeiten die Lichtmessaltäre damit. Sie wird ja auch Marienglöckli genannt. sie zählt wohl neben Königskerze und Rose zu den bekanntesten Marienblumen.


Im Garten dürfen die Ecken in denen im Jänner Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen sprießen auf keinen fehlen. Ein gärtnerherz sehnt sich förmlich nach diesem Anblick und ich selbst kann es kaum ausdrücken, was diese einfache aber duftende Blume mit mir macht. In der alten Heilkunde wurde sie gegen Alzheimer eingesetzt - was heute nahezu vergessen ist.

Ich kann mir das gut vorstellen, denn der Duft, ja der Duft ruft die Erinnerung hervor. Die Erinnerung an das, was eine Seele berührt.

Sanftheit, Zartheit und doch unendliche Stärke, denn wer durchbricht in klirrender Kälte schon Eis und Schnee und blüht. Mitten im Winter.


Mach Dich auf die Suche, halte Ausschau und erfreue Dich an dieser einfachen, duftenden Schönheit, erinnere Dich!

Von Herzen

Deine Monika


Schneeglöckchen weiß ...

 

Einer Herzensblume gleich,

zeigst Du uns den Weg durch Eis und Schnee,

singst dem Januar ein Lied mit Deinem Läuten,

sagst dem Winter bald ade.

 

Jedem Herzen wohnt ein Feuer inne,

wie auch jedem Winter,

Jede Zeit hat ein Geschenk für des Menschen Sinne.

 

Oft ist es schwer zur Blüte zu gelangen,

doch Du bist jedes Jahr aufs Neue

den Weg durch Kälte, Eis und Schnee gegangen.

 

Viele Male wirst Du diesen

Weg als Hoffnungsblume im Rad des Jahres gehen,

um im „Jetzt“ die Schönheit den Menschen zu zeigen,

Möge jeder dieses Winterblumenlicht sehen.

 

Monika Rosenstatter

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