Lichtmess-Kümmelbrote
Von den Heilbroten und Sinngebäcken habe ich bereits erzählt. Nun es gibt ein Gewürz welches ich noch von meinem Opa gut kenne. Der Kümmel. Opa hat zwar keine Kümmelbrote gegessen, aber Kümmelschnaps liebend gerne getrunken. Der Kümmel war bei den Bauersleuten noch sehr beliebt. Früher als die Kühe noch mehr auf der Weide grasten, wuchs auch noch viel Wiesenkümmel. Leider hat sich das mit der Wiesenhaltung etwas aufgehört und somit ist auch der heilsame Kümmel verschwunden. Dämonen und Geister mögen aber keinen Kümmel, so die Alten. Wenn solcherart Gäste der Hausfrau das gastfreundlich dargebotene Lichtmessbrot anzunehmen verweigern, weiß die Herrin sofort, mit wem sie es zu tun hat.
Da in der Lichtmesszeit wieder ein Tor zur Anderswelt sich öffnet und deshalb nicht nur gebetene, sondern auch ungebetene Gäste sich einstellen, sollte man Kümmelbrot zu Hause haben. Denn wie wird so schön gesagt: Was nicht Erdgeboren ist, kann den Kümmel nicht essen.“
Zutaten:
400 g Mehl
100 g Haferflocken
½ l Gemüsebrühe
1 Packerl Weinsteinbackpulver
1 TL Salz oder Natron
3 TL Kümmel
Die trockenen Zutaten werden vermengt und mit der Gemüsebrühe verknetet. Kleine Brötchen formen. Mit Wasser besprühen, mit Salz und Kümmel bestreuen und bei 190 Grad mindestens 45 Minuten backen. Achtung: Die Brötchen brauchen sehr lange zum Backen. Bitte nimm eine Kostprobe und entscheide ob du die Backzeit verlängerst. Von diesen Brötchen können auch einige mit Lichtmesswachs betropft werden und so bei Gewitter ins Feuer geworfen, oder zu Heilzwecken gegessen werden. Auch Glücksbringer werden diese Brote verschenkt.
„Kümmel vertreibt die schlechten Winde,
vom Erwachsenen und vom Kinde!
Befreit was gehen soll,
erspart dadurch viel Schmerz und Groll!“
Monika Rosenstatter

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