Wermut - Artemisia absinthium

 

Auf dem Foto sehen wir eine silbrige Schönheit, die sehr bitter ist. Wie so oft in letzter Zeit, in den vielen Jahren, tauche ich wieder in die Hildegardmedizin ein. Und da der Winter sehr mild war, hat auch diese siblrige Schönheit im Garten sozusagen "Immergrün" durchgehalten. Ich spreche vom bitteren Wermut. Im Herbst habe ich nicht alle Stängel erwischt beim Rückschnitt und bei der Ernte. In einem Eck des Gartens, eher ein geschützes, habe ich nun wunderschönen Wermut. Und irgendwie passt es gerade zur aktuellen Zeit. Denn Hildegard v. Bingen hat uns ja auch zu dieser Pflanze ein einfaches Rezept hinterlassen. Als unsere Kinder klein waren, und natürlich auch Husten, Bronchitis oder Erkältungen hatten, war das Wermutöl nach Hildegard immer griffbereit.

Dem Wermut wohnt so viel Feuer und Wärme inne, dass er uns einhüllt in wohlige Wärme, wenn es uns zu kalt wurde. Diese Wärme treibt die Schleime aus und mildert den Husten.

Es genügt ja schon, wenn Du nur ein Blatt Wermut abpflückst und zwischen Deinen Fingern zerreibst und daran riechst. Dieser unvergleichliche Duft. Ein Blättchen liegt gerade neben mir, während ich schreibe. Daruas koche ich mir heute noch Tee. Wermut ist seit der Antike bekannt und seine Kräfte fließen ihm zu von der Göttin Artemis. Sie schenkt uns durch ihn Mut und Kamfgeist, Schutz vor Krankheiten und schlechten Einflüssen. Artemis ist eine Jägerin, eine weise Kämpferin. In Ägypten war der Wermut der Fruchtbarkeitsgöttin Bastet geweiht. Die ägyptische Katzengöttin Bastet wacht über Fruchtbarkeit und Schwangerschaft. Wurde Wermut doch seit jeher unterstützend bei Menstruation aber auch als Abortivum (Abtreibungskraut) verwendet - sehen wir wie vielseitig Wermut ist, doch man muss achtsam sein, im Umgang mit ihm. Also bitte nicht für Schwangere verwenden. Wermut wirkt abtreibend. Der beühmte "Wermutstropfen" - ein altes Sprichwort - erzählt auch von seiner Bitterkeit. Er ist sehr mächtig. Besonders das berühmte Absinthin sorgte immer wieder für Furore. Wermut ist Bestandteil des berühmten "Absinths" einem alkoholischen Kräutergetränk,  der in vielen Ländern zwecks schädigender Wirkungen verboten wurde und ist.

Hildegard v. Bingen beschreibt immer wieder die äußerliche Wirkung, eben durch das Wermutöl, aber was wäre die Hildegardmedizin ohne den berühmten Maitrank? Der Maitrank ist der Wermutttrunk - er kräftigt den gesamten Organismus. Aber diese Kur wird erst im Mai spruchreif.

Bleiben wir beim wärmenden Wermutöl.

Hierfür werden 1 Teil Pflanzensaft der frischen Blätter udn 2 Teile Olivenöl vermischt. Evt. einige Tropfen Vitamin E - Tocopherol beigemengen und in dunkle Flaschen füllen. Achtung, der Saft und das Öl trennen sich gerne, deshalb bitte immer schütteln vor Gebrauch.

Mit dem Öl werden Bruft, Rippen und Rücken 2 -- 3 Mal täglich eingeölt. Dies wärmt und unterstützt während Erkältungen, Husten udn Lungenkrankheiten.

PS: Und für die GärnterInnen unter Euch: Habt ihr eigentlich Wermut in eurem Garten? Wenn nicht, dann wirds Zeit. Bald ist Pflanzzeit!

Das Wermutöl gibt es auch gebrauchsfertig im Hildegardhandel zu kaufen!