Rituale des Lebens


Rituale sind Ausdruck der Materie von Disziplin, Verbundenheit, Wiederholung, von Werten und Kreativität. Der Mensch erschafft so Wirklichkeiten, Realitäten und ZeitRäume, die ihm Sicherheit schenken und ihn an die Verbindung mit der Quelle erinnern. 



 

Den Wind füttern

Vor dem Wind haben wir wohl alle Respekt. Die Kletterrose hält sich bangend am Rosenbogen fest. Die viel zu schweren Blüten der Schwertlilien beugen sich und hinter den Fenstern beobachtend  zucke ich bei jedem Windstoß eines Sommergewitters zusammen. Für eine Gärtnerin der Albtraum. Also macht man sich den Wind am Besten zum Freund. Ab und zu überkommt mich das Gefühl ich müsste den Wind füttern. Womit? Mit Mehl! Mit schönem weißen Mehl. In die Luft streuen und dabei zusehen wie die Sylphen sich freuen und damit spielen. In früheren Zeiten, auch meine Oma kannte diesen Brauch noch, wurde am Blasiustag, 3. Februar, genau dieses Ritual von Bauern durchgeführt um das ganze Jahr vor Stürmen und Unwettern geschützt zu sein. 



Helena füttert den Wind mit Mehl



Loslassen - Zulassen

Meditationsgedanken 

 Stell Dir vor du sitzt in einem Konzertsaal. Die letzte Note ist gespielt, die Musik verklungen, der Applaus verstummt. Die Musik war berauschend, erhebend. Du stehst auf, gehst aus dem Saal. Die Eintrittskarte wirfst Du nicht weg. Zuhause legst Du sie in ein Buch. Als Lesezeichen. Das Buch klappst Du zu, stellst es in ein Regal. Irgendwann hast Du die Musik, das Konzert nur mehr in dunkler Erinnerung. Vielleicht klappst Du das Buch irgendwann wieder einmal auf, und ganz überraschend fällt die Eintrittskarte heraus. Du lächelst. Die Karte ist nicht mehr gültig. Nur einmal gültig. Vorbei ist vorbei. Die letzte Note ist gespielt, die Musik verklungen, der Applaus verstummt... das Leben geht weiter.
 Nichts lernt uns das Loslassen so sehr, wie die Musik. 

Bewusst Sein: 

Wenn Dir das Loslassen von Emotionen schwerfällt, so höre Musik. Mit jedem Ton der verklingt, visualisiere, wie Deine Emotionen sich auflösen, sich verwandeln. 

Wähle selbst ein Musikstück aus, das zur jeweiligen Emotion passt, oder die in Dir die Emotion verstärkt oder hervorruft, welche nach wie vor noch in Dir schlummert. Höre das Stück so oft, bis die Emotion verklungen ist. Werde MeisterIn Deiner Emotionen. 

"In Zeiten des Übergangs, ist Musik wohl die sicherste Brücke!"

Monika Rosenstatter





Worte des Loslassens....

Ich sitze hier in diesem Wasser
Genieße das wohlige Warm
Noch einmal tauch ich ein in das was war
Ganz tief
Lass mich verschlingen von dieser Welle
Die mich einst weggetragen hat
Weg
Weit weg von mir
Verschwommen sehe ich durch das Wasser
Was mich ertrinken ließ
Ertrunken im Wechselbad der Gefühle
Auftauchen
Den Abfluss öffnen
Mit jedem einzelnen Tropfen der nun abrinnt
Mit jedem einzelnen Tropfen - lass ich los
Stück für Stück
Tropfen für Tropfen
Ich sitze - bald im Trockenen
Kalt wird’s
Aber rein bin ich nun
Heraussteigen
 Aus dem Wechselbad der Gefühle

Monika Rosenstatter

Bewusst Sein: 

Heute gönne Dir ein Vollbad. Steige mit jenem Gefühl, Erlebnis, mit jener Enttäuschung,… ins Wasser, welche Du loslassen, mit der Du Frieden schließen willst. Mach es so, wie im Gebet beschrieben. Bleibe so lange in Deiner Badewanne sitzen, bis der letzte Tropfen durch den Abfluss gelaufen ist. Schau nicht mehr zurück. Das Wasser kannst Du auch nicht mehr zurückholen. Es ist vorbei! Akzeptiere! Es ist!


Wenn Du schwer trägst ... 

Der Mensch trägt oft schwere Lasten. Wie Steine hängen die Lasten an uns, das Herz ist uns schwer. Oft trägst Du einen schweren Stein jahrzehntelang mit Dir herum. Er macht Dir das Herz schwer und Du gehst gebückt oder lässt Dich versteinern. 

Geh spazieren und suche einen Stein, der für diese Last steht. In der Natur wirst Du den passenden Stein finden, Den, der für diese Deine Last steht. Such einen Stein für Deine Last - einen, den Du gut tragen kannst, aber auch gut wegwerfen kannst. Geh an einen großen Fluss oder an einen See. Nimm den Stein und wirf ihn weg. So weit wie möglich. Blubb. ER geht unter, verschwindet und Du wirst ihn nie mehr wieder finden. Aber Du weißt er ist da. Mutter Natur, das Wasser hat ihn für Dich nun aufgenommen und bettet ihn sanft in das große Ganze ein.
Alles ist in Allem. Es gibt keine Trennung.


 Das ist eine einfache Denk- und Loslassübung für die Fastenzeit. Und es muss nicht traurig sein, aber vielleicht ist es erleichternd. Versuche es mit Hingabe zu tun. Es macht unendlich glücklich, wenn man irgendwann dieses Vertrauen bekommt, dass nichts verloren geht. Aber eben auch nichts bleibt! 

Im Kleinen üben, heißt im Großen gut gestimmt zu spielen!

 

 


 

Bevor du jemanden lieben kannst, 

musst Du frei sein, ihn loszulassen.

Bevor jemand zu dir "ja" sagen kann,

musst Du bereit sein, "nein" zu hören.

Bevor Du das Lied der Liebe singen kannst,

musst Du die Tränen fallen lassen.

(altes Lied)