Vintage Style im Mühlengarten

Manche haben es schon vernommen. Ich liebe Altes und Gebrauchtes im Garten. Vor allem, wenn es sich im Laufe der Jahre im Garten verändert, verwächst, und sich komplett verwenadelt bis es irgendwann wieder ausgedient hat.

Und ich kann mich so über Kleinigkeiten freuen, die andere vielleicht gar nicht sehen.

Meine Freundin weiß das. Und so hat sie mir letztes Jahr zum Geburtstag etwas sehr spezielles geschenkt. Sie hat eine alten Lampenschirm umfunktioniert. Das Drahtgestell umwickelt, mit Moos und Erde befüllt und dann Löwenmäulchen hineingesetzt. Das sah sehr schön und ordentlich aus. Und ich hatte große Freude damit. Und dann hat sich das Ganze zu verändern begonnen. Die Löwenmäulchen sind verblüht und ich pflanzte spanisches Gänseblümchen im Spätsommer in den Drahtkorb und über den Winter sah man dann überhaupt nur noch Moos und vergilbtes spanisches Gänseblümchen mit einem Hauch Löwenmäulchen. Im Frühling, gleich im Februar, entdeckte ich eine so schöne Pflanze im Gartenmarkt, von der ich wusste: die gehört in diesen Vintage-Spezial-Korb. Ich erstand drei Stück "Nördlichen Mannsschild" Androsace septentrionalis und pflanzte zwei davon in den Korb und eine davon nebenbei in das Schotterbeet. So kleine weiße Blüten, so unscheinbar und doch kann kaum eine Gartenfrau daran vorbeigehen ohne ganz hin und weg von dieser zarten Schönheit zu sein. Diese Pflanze berührt irgend etwas im Innersten des Menschen. Sie strahlt Robustheit, Erhabenheit und endlose Einfachheit aus.

Letzte Woche beim Laybrinthtag hatte sie auch eine Gartenfrau verzaubert. Man kann die Augen nicht mehr lassen von dieser Symphonie aus altem Lampenschirm, Moos und jetzt kommt noch dazu, dass sich im Moos Sauerkleeknöllchen versteckt haben dürften, denn aus den unteren Seiten wächst nun überall Sauerklee in frischem Grün heraus und blüht. Die Natur ist einfach ein Wunderkind, eine Wundertüte.

Aus den einfachsten Dingen kann man die schönsten Dinge gestalten und wenn man ihnen Zeit lässt, dann überraschen sie mit einem unerwarteten Zauber. Jetzt hoffe ich natürlich, dass sich der Mannsschild aussät, da er einjährig ist.

Ihr merkt schon, ich habe so eine Freude mit den Pflanzen und den einfachsten Dingen, dass ich wahrscheinlich stundenlang drüber schwärmen könnte. Ich glaube Karl Heinrich Waggerl, er war auch so ein Pflanzennarr wie ich, der konnte das auch. Er schrieb z. B. nur über den Löwenzahn ein ganzes Buch ... nicht über die Heilwirkung, sondern über die Freude die er an dieser Pflanze fand.

Und das finde ich, ist eine Gabe. Freude in Worten auszudrücken.

Ich wünsche Euch eine gute Zeit!


Manche erwarten, dass ich gerade über spirituelle updates schreibe... ja, es ist eine interessante Zeit, die Jahrtausenwende wandelt alles und Mutter Natur reicht uns die Hand und begleitet uns.

Die Kunst die Gedanken zu klären ist nötiger denn je, und das alte hinter sich zu lassen auch. Wenn ich zurückschaue wie ich mich seit Mai 2020 verändert habe, dann kann ich sagen: ich bin nicht mehr die Alte.

Der Kräuterquell am Wiesenberg ist Geschichte

Die Kräuterhex vom Wiesenberg habe ich gehen lassen

Meine Seminare sind völlig anders als früher

Der alte Hexenkeller... nicht mal mehr ein Staubkörnchen existiert davon. Die Erinnerungen verblassen.

Ich habe einfach losgelassen - auch die alte homepage

Ich könnte das noch vieles schreiben..

Letztens sagte eine Frau zu mir.. . Mei die Seminare von früher... ich war schon so lange nicht mehr auf einem... ich sagte: die Seminare von früher gibts nicht mehr... ich habe mich verändert. Und wir lachten. Sie sagte: Oh mein Gott... ich bin noch immer im Alten!

Tja... es wird Zeit, weiterzugehen!

Und es macht Spaß. Spaß sich zu verändern. So wie der alte Lampenschirm. Es war einmal ein Lampenschirm. Er wurde zum Blumentopf und irgendwann kann sich keiner mehr daran erinnern, dass er jemals überhaupt existiert hat.

Fließen lassen, Hingabe und geschehen lassen.