Räuchergedanken

Ich habe mal wieder in meinen Gedichten gekramt. Und nebenbei blubbert mein Eichenblätterabsud für das abendliche Bad, und die Räucherkohle steht auch schon bereit.

Heute wird Rosenweihrauch geräuchert. Denn Rauch begleitet das abendliche Ritual. Es war ein guter Tag. Gefüllt mit einer absolut fruchttragenden Begegnung in der Mühle, und genussvollen Vorbereitungen auf ganz besondere Tage. Jetzt gönn ich mir einen guten Abend und entlasse den Tag.

Das Gedicht habe ich vor vielen Jahren für Loslassrituale geschrieben. Als Inspiration zu einem Räucherritual. Denn Rauch trägt davon, was ausgedient hat. Transformiert und reinigt. Schließt ab, was am Ende angelangt ist.


Wünsche einen stimmigen Abend!

Eure Monika


Als ich aufhörte festzuhalten, da setzte sich das Leben wie ein großer Strom in Bewegung. Als ich aufhörte festzuhalten, da verblasste so vieles hinter mir, verschwand. Als ich aufhörte festzuhalten, da entdeckte ich Länder und Gefilde, von denen ich nur ahnte, dass es sie gab. Als ich aufhörte festzuhalten, da lebte ich das Leben und ritt die Wellen. Als ich aufhörte festzuhalten, kam ein Windstoß und trieb mich nach vorne. Als ich aufhörte festzuhalten, hatte das Feuer in mir wieder Luft zum atmen. Als ich aufhörte festzuhalten, hat mich die Erde neu geboren. Monika Rosenstatter