Die Eberesche - Sorbus Aucuparia


Drosselbeere, Krametsbeere, Quitsche, Vogelbeere, Aschekirsche, Ebisch, Aschbeere, Sperlingsbeere, Maalbeere, Abschbaum, Gureschbaum, Faulesche, Quickenbeere, Quickbaum, Mostbeere (Tirol), Mährische Eberesche (weniger Bitterstoffe), Eberbaum, Eberasch (ab 1600), Sorbier des Oiseleurs (franz.), Sorbo m Selvatico (ital.), Mosch , Moschen 

Lateinische Bezeichnung: Sorbus aucuparia

Englische Bezeichnung: Rowan, The Witch

Keltischer Name: Luis; 2. Baum des Ogham

Familie der Rosengewächse

Baum des Jahres 1997



Die Eberesche war ein sehr wichtiger Baum der Kelten. Wer vom 1.4. – 10.4. oder vom 4.10. -13.10. Geburtstag hat, der ist stark verbündet mit der Eberesche. Man sagt diesen Menschen Feingefühl nach, einen starken bildungsdrang und Sinn für Gerechtigkeit. Sie wollen Harmonie für die Um- und Mitwelt schaffen, sind gute Organisatoren und sehr wichtige Menschen für die Gemeinschaft. Ebereschengeborene können unglaublich gut zuhören. In Schottland wird die Eberesche auch Flüsterbaum genannt, weil wer es beherrscht dem Rauschen der Ebereschenblätter zu lauschen, der konnte in die Zukunft blicken. In Schottland wird sie auch die „Herrin der Berge“ genannt. Nicht umsonst wurde ihr Holz für Wünschelruten verwendet, mit denen man Erze und Edelsteine suchte. Die Kelten sahen das Ebereschenholz als magisches Schutzholz. Aus dem Holz wurden Schutzkreuze angefertigt und an Türschwellen angebracht. Dieser Brauch ist vor allem auch an Lichtmess durchgeführt worden. Schutzamulette aus Ebereschenholz, und sogar die Schiffchen der Weber waren aus dem magischen Holz, mit dem Stoffe gewebt wurden. Das Holz ist sehr beständig. Es schwindet kaum und ist schwer zu spalten. Darum verwenden es Drechsler, Holzschnitzer sehr gerne. Es entstehen aus dem Holz Schrauben und Kunstgegenstände aller Art. Was sehr interessant ist, im Volksglauben wird die Eberesche als Patentante für Milchkühe gesehen. Wenn das Kalb einen Namen erhalten soll, so ging der Bauer vor Tagesanbruch in den Wald, um bei Sonnenaufgang mit einem Stück Kupferblech einen Ebereschenzweig zu schneiden. Mit ihm schlug er dem Kalb auf den Rücken und nannte es bei seinem Namen. Anschließend wurde das Holz mit weißen Bändern und Eierschalen an der Stalltür angebracht. Bei diesem Brauch sieht man die magenheilende Kraft der Eberesche mit der leichtverdaulichen Milch. Auch dieser Brauch wird auf die Kelten zurückgeführt. Die Eierschalen wurden deshalb verwendet, weil ja die Kelten die Eberesche in die Zeit setzten als 2. Baum, in der die Schale des Winters noch nicht ganz abgeworfen ist. Der Frühling ist noch im Säuglingsalter und auch das Kalb und bedarf noch der Betreuung und Pflege. Die Kelten hatten so eine starke Verbindung mit der Natur, dass Bäume ihre wichtigsten Verbündeten waren. Die Eberesche hielt für sie Fluch und Unglück von ihren Kultplätzen fern. Sie umpflanzten Ihre Kultstätten und Opfersteine mit Eberschenhainen. In der germanischen Mythologie galt sie als Glücksbaum. Die Eberesche stand mit Gott Thor (Donar) in Verbindung. In der jüngeren Edda wird beschrieben wie Thor in einem reißenden Fluss zu ertrinken drohte, aber er konnte sich an einem Ebereschenbäumchen festhalten und wurde so gerettet. Und so ward die Eberesche der Schutzbaum Thors.  Auch Ziegen, die Lieblingstiere Thors fressen liebend gerne Ebereschenlaub. 



Ebereschenrosinen

Besonders schmackhaft zu Müsli oder einfach als Knabberei sind die Ebereschenrosinen. Ebereschenbeeren werden über Nacht in Essig eingelegt. So werden die Beeren entbittert. 500 g davon werden verarbeitet. 250 g Zucker und 750 ml Wasser werden gut gekocht, dann die Beeren darin solange gekocht bis die ganze Flüssigkeit weg ist. Gut rühren und dabei bleiben. Dieser Vorgang dauert schon ein bis zwei Stunden. Dann die gekochten Beeren flach auf einem Blech ausbreiten und zwei Tage trocknen lassen. In Gläser füllen und bei Bedarf vernaschen oder als Rosinenersatz verwenden. 



Geschichte des Namens

Der Name Eberesche hat mit dem Wort Eber wenig gemein. Die genaue Herkunft des Wortes liegt aber im Dunkeln. Das im 15. Jahrhundert bezeugte spätmittelhochdeutsche eberboum sowie seine Nachfolger eberasch, eberesche und aberesche werden eher mit dem aus keltischen (Orts–)Namen bekannten und von einem indogermanischen Farbadjektiv abstammenden gallischen Wort eburos „Eibe“ in Verbindung gebracht, das im Mittelirischen ibar hieß. Die Bedeutungsübertragung wird dadurch verständlich, dass Eiben und Ebereschen ein wichtiges farbliches Merkmal teilen, nämlich ihre roten Beeren. Beide Beeren sind mit Vorsicht zu genießen. Bei der Vogelbeere weniger als bei der Eibe. Bei der Eibe ist nur der rote Fruchtmantel genießbar. Doch auch andere Deutungen finden sich. Bei ca. 150 verschiedenen Volksnamen, wissen wir, dass der Baum stark in das menschliche Leben eingebunden war. Anscheinend geht die Silbe EBER auch auf „aber“ zurück und bedeutet „falsch“. Also falsche Esche im Gegensatz zur gemeinen Esche. Andere meinen wiederum, dass die Beeren zur Schweinemast, Ebermast verfüttert worden sind. Nun auch der Name Vogelbeere trägt einen tierischen Namen in sich. Vogel. Dieser Name „Vogelbeere“ kommt daher, dass Vögel eine besondere Vorliebe für die roten Früchte haben. Die lateinische Bezeichnung Sorbus aucuparia leitet sich vom lateinischen aucupari ab (avis und capere bedeuten Vogelfangen). Früher wurden nämlich die von vielen Vögeln so geliebten Beeren als Lockmittel beim Vogelfang genutzt. Du wirst sicherlich schon erlebt haben, dass, wenn man nicht schnell genug erntet die Vögel schneller sind und die Bäume kahl fressen. In Tirol nannte man die Eberesche auch Mostbeere, was auf die alkoholischen Zubereitungen hindeutet. Auch der wissenschaftliche Name „sorbus“ – welcher „schlürfen“ bedeutet, weist in diese Richtung. In der Geschichte der Eberesche findet man sogar Zubereitungen in den Ebereschenblätter zusammen mit Gagelblättern und Eichenrinde zu einem Kräuterbier gebraut wurden. Den bitteren Sud würzte man mit Wacholderbeeren, Wermut, Salbei und Benediktenkraut und so entstand ein regelrechtes Heilbier. 

Dem Baum wird auch eine lebensbringende Kraft nachgesagt, woher auch der Name Quickbaum oder Quitschbaum stammt. In diesem Namen steckt das Wort „qick, queck, lebendig, frisch, munter,… Der Quickbaum spendete seit jeher zu Weihnachten, Lichtmess und Ostern Lebenskraft durch das berühren mit seiner Rute, der Lebensrute. Diese Tat nannte man auch „pfeffern“. Es zählt zu den alten Fruchtbarkeitszaubern.