Wintersonnenwende - Jul

Sonnenfest

  21. Dezember

 

Wintersonnenwende
 
Friede in mir zur Wintersonnenwende.
Alles ruht, das Tagwerk, die Hände.
Sinnend hängt mein Blick am kleinen Kerzenlicht,
die Flamme sie tänzelt,
die längste Nacht nun anbricht.
Ganz tief lausch ich in mich hinein:
Bin nicht im Gestern,
noch nicht im Morgen,
im "Jetzt" fühl ich mich geborgen.
Mir selbst bin ich ganz nah,
lass es zu...
die Weihnacht ist da.
Meinem Herzen lächle ich zu,
meiner Seel schenk ich Ruh,
der Geist er ist ganz leis...
aus meinem Mund tönt die alte Weis.
Licht und Wärme gebiert sich und breitet sich aus...
Weihnacht ist... im Haus...
 
Monika Rosenstatter
 
 

 

Das Backen des Gebäckes ist Meditation.

 

Sinngebäcksonne wird zu dieser Zeit symbolisch gebacken. Kekserlduft und Zimtenstaub, der Schutz der immergrünen Nadelfreunde, der Kreis der Familie, der Kreis des Adventkranzes, der Kreis.... was ist der Kreis? Was bedeuten die Symbole die in aus Keks- oder Brotteig gebacken werden? Spiralen, Sonnen, Lebensbäume,... alles Symbole der Fruchtbarkeit und des Lebensweges.

Auf diese Kerze habe ich auch das Symbol der Spirale gearbeitet. Jede Frau gibt einen Wunsch in diese Kerze beim Ritual der Wintersonnenwende. Zum Schluss nimmt jede Frau eine Kerze mit vielen guten Segenswünschen für das kommende Jahr mit nach Hause.

Auch wandelt jede in ihrem Tempo durch eine Labyrinth aus Fackeln. Jede in ihrem eigenen Tempo. In der Mitte angekommen, wird das Alte hinter sich gelassen. Ein Ankommen. Nun gibt es die Wende und der Weg nach draußen symbolisiert den Weg in die Zukunft. Nun wird das Flämmchen das in einem zur Wende geboren wird gehegt und gepflegt bis es im neuen Jahr dann wachsen kann. Visionen werden daraus geboren. Diese werden in Taten umgesetzt. Immer aus der Kraft der Sonne in sich.

 

Ein Herz. Ein Weihnachtslied

„Mazes are designed to get you lost,

labyrinths are designed to get you found.“

Wavy Gravy

 

„Wenn die Dunkelheit am Größten ist, ist die Kraft des Lichtes am stärksten!“  - sprich, wenn es zu eng wird im Mutterschoß, dann kommt das Kind heraus und erblickt das Licht der Welt. Und so ist es nun. Das Kräuterjahr und seine Kräuter, Blumen und blühenden und fruchtenden Bäume haben sich zurückgezogen. Die Erde hat nun eingeatmet und wir sind letztendlich auch in der warmen Stube angekommen. Reduziert auf das Wesentliche. Auf den Weihnachtsbaum, auf den Tisch und das liebevoll bereitete Festmahl, auf die Menschen, mit denen wir die wertvollste Zeit im Jahr verbringen und uns Zeit dafür nehmen. Reduziert auf uns ganz selbst. Nach all den Weihnachtsfeiern, dem Shoppingstress, den vielen Weihnachtsmärkten kommt wohl bei jedem irgendwann das tiefe durchatmen, Luftholen und zur Ruhe kommen. Wohl die allerschönste Zeit im Jahr um sinnerfüllte Rituale zu feiern, ist die Weihnachtszeit. Man könnte sagen ab Allerheiligen/Samhain beginnt die Zeit der Rituale die immer auch mit Licht zu tun haben. Kerzenschein, Laternen, Wintersonnwendfeuer, Julscheite (aus Eiche) werden verbrannt, Räuchern und Lichterbaum. Rituale sind Handlungen in denen wir das Fühlen, das Erahnen dessen was wir brauchen um zu wachsen und zu reifen, sichtbar machen können, so besser verstehen können und manchmal auch tiefe Erkenntnisse und Wandlungen nach sich ziehen. Wenn wir diese alten Feste, Fixpunkte im Jahr feiern, dann ehren wir auch unsere Ahnen. Denn sie feierten lange vor uns immer wieder die Feste und stärkten so ihre Verbindung zur Natur, die sie nährte und ihnen Lebensraum war, zu ihren Wurzeln, den Ahnen und letztendlich zur Wintersonnenwende ging es darum ganz einzuatmen um in sich selbst sich selbst zu finden. In vielen Kulturen und auch Regionen bei uns in Österreich begannen mit der Thomasnacht, der Wintersonnenwende am 21. Dezember auch die Raunächte. Diese Nacht galt auch immer schon als „Wunschnacht“. Es begann die Zeit des Orakels. Gehen wir auf unsere nächsten Vorfahren zurück, bei denen nach wie vor diese Nacht als Thomasnacht galt, so feierten nach dem Glauben dieser die Toten ihre Mette in dieser Nacht. Nicht von ungefähr kommen noch immer das Richten der Ahnenteller, das Stellen der Speisen vor die Tür für die Ahnen. Ganz bewusst möchte ich auch diese Thomasnachtbräuche erwähnen, da diese doch auch unsere Ahnen ehren, welche noch nicht so lange verstorben sind, da diese Bräuche meist nicht länger als 50 – 100 Jahre zurückliegen. Durch die modernen Bräuche (Kelten, Matriarchat, Jahreskreisfeste jeglicher Art…), welche gerade sehr intensiv aufflackern, verschwinden diese Geschichten fast gänzlich.

Legende vom Hl. Thomas

Die christliche Legende lässt den hl. Thomas in der Nacht seines Namenstages, vom20. Auf den 21. Dezember in einem feurigen Wagen auf die Erden niederfahren, in die Gottesäcker gehen und alle Toten segnen, die im Leben seinen Namen getragen haben und zum Empfang seines Segens aus ihrem Grabe stiegen. Damit der Heilige auch allen lebenden Trägern seines Namens gnädig sei, betete man zu Hause das „Thomasgebet“. Wollte jemand erfahren, wer aus seiner Gemeinschaft zuerst sterben sollte, der musste in der Thomasnacht, in der zur Mitternacht alle verborgenen Schätze blühen, im Bett aufknien und das Thomasgebet beten:

Heiliger Thomas, ich bitte dich, Komm zu mir und wecke mich. Lass mich dereinst den Himmel erben und den mich sehn, der bald muss sterben.

Am Abend vor der Thomasnacht wurde das Haus mit Kranawittbeeren (Wacholderbeeren) und Rauchkräutern ausgeräuchert. Nachher setzte man sich zum Schneiden der Kletzen zusammen, der gedörrten Früchte vom Birnbaum, dem heiligen Baum des Altertums, da am Thamerltag mit dem Backen des Kletzenbrotes begonnen wurde. Weil zum Kletzenschneiden, zu dem die Nachbarn in den Hoagarten kamen, eine Krugl Schnaps auf den Tisch kam, galt der Thomastag als „bsunderer, rauschiger Tag“. Zur Schnapskrugl gesellte sich der Nachtwecken, den die Bäuerin gebacken hatte, damit die Kletzenschneider in dieser langen Nacht genug Brot hatten. Ging das Kletzenbrot nicht auf, so war das ein Zeichen, dass die Hausgeister der Bäuerin nicht gut gesinnt waren und sie bald sterben musste. Wir sehen der Tod spielte in dieser Zeit eine sehr große Rolle und war immer präsent. Bildete der schwere Kletzenbrotteig beim Kneten einen Ring um den Finger, was gerne der Fall ist, dann wurde die knetende Dirn übers Jahr Braut. Mit den Händen, an denen noch der Kletzenbrotteig hing, umarmte früher die Dirn im Obstgarten die Bäume, um sie zur Fruchtbarkeit anzuregen, wie man überhaupt die Obstbäume im Adventwind fleißig schütteln musste.