Allerheiligen - Samhain - Halloween

 31. Oktober bis 1. November

Grabspruch

Rose,

oh reiner

Widerspruch,

Lust,

Niemandes Schlaf zu sein

unter soviel Lidern.

Rilke


Lange wusste ich nicht wie ich mit diesem Fest mich arrangieren sollte. Seit ich gelernt habe, mit dem Tod und dem Sterben umzugehen, ist diese Zeit, eine Zeit der Rückverbindung. Eine Zeit der Wurzeln, eine Zeit der dünnen Nebel, in der ich schamanische Reisen, Schwellengänge, Rituale mache. Es ist die Zeit der dunklen Früchte. Schlehe, Holunder, Weißdorn, schwarze Johannisbeeren,.... Räucherwerk, Gitarre und Märchenbuch werden hervorgeholt. Der Kerzenvorrat, zu Lichtmess geweiht, ebenso aus den Schubladen geholt. Die helle Zeit am Tag ist kurz. Das Tageslicht wird wenig. Kürbisse werden ausgehölt und mit Kerzen erhellen sie die Türschwelle. Die Schwelle. Zu Samhain - Allerheiligen räuchere ich besonders die Tüschwelle. Sie ist ein wichtiger Platz im Haus, dem kaum Beachtung geschenkt wird. Was darf über die Schwelle treten? Wer? Wann? Wie? Ich finde beleuchtete Kürbisse  wunderschön. Geht weg von dem Gedanken, dass es ein amerikanischer Brauch ist. Ist doch egal. Diese wunderbar große Beere (Kürbis) ist eine Licht der Natur. Es muss kein Gesicht geschnitzt werden, schneidet Muster, Symbole oder Runen in die orange Hülle. Es ist das Tun, die Absicht und der Wille mit der wir uns ein Licht schnitzen. Und dieses Licht beleuchtet jene Zone unseres Hauses, über die so viel rein und raus gehen darf. Und ab und zu raucht mir auch der Kopf. Nicht meiner - der Kürbiskopf - denn dann stelle ich Räucherwerk in die hohle Öffnung. Und das sieht besonders lustig aus - und da verzieht sich alles, was ich nicht über die Schwelle lassen will.

Zu Samhain sind die Nebel dünn, die Schwelle zwischen dieser und der anderen Welt kann leicht übertreten, bezwungen werden. Die Zaunreiterinnen, Hagazussas, gehen im Hollerbusch aus und ein. Hin und her. Der Holunder ist ebenso ein Pflanze dieser Tage. Das Tor zur Anderswelt,zu den Ahnen, die Schwelle.

Zeit ... was ist Zeit? Tod ... was ist Tod? Leben ... was ist Leben?

Der Ahnenaltar - Die Kerzen in den Farben der Göttin. Weiß - Rot - Schwarz

Das Geweih für die Sonne.

Die Stengel der Angelika für den Schutz der Familien.

Die Girlande aus dem Flachshaar steht als Symbol für den Bart der Großväter und Väter - Der Bart der Weisheit

Die Lampionfrüchte leuchten als Symbol für den schützenden, nährenden und Frucht hervorbringenden Mutterschoß von Großmüttern und Müttern

In den Lampions sind kleine Früchte mit vielen Samen - Die Kinderseelen.

Ein Mondfest wird gefeiert.

 

Lied:

A jeder kimmt, a jeder geht...

 

https://www.youtube.com/watch?v=ABUDjsf9YhY

Hier kannst Du das Lied hören... übers gehn in andere Welten...

In Stein werden Namen und Erinnerungen gemeisselt. Wir wollen unsere Ahnen nicht vergessen, sie würdigen, ehren und sie um Unterstützung bitten.

 

Die Allerseelenwoche, der Hekatetrunk und Erzengel Michael

Wir gleiten nun ganz sanft in die dunkle Zeit hinein. Die Tage sind sichtbar kürzer, das Wetter hat am Wochenende auf Kuschelmodus umgestellt, und Allerheiligen udn Allerseelen steht vor der Tür. Manchmal bekommt sogar schon so eine Art Weihanchtsgefühl... so ganz fein und klein zwischendurch blitzt es hervor. Für das Wohlbefinden ist es nun sehr wichtig evt. sogar zu fasten. Mach doch bewusst diese nächsten Tage, es ist ja auch abnehmender Mond weniger. Iss weniger, beginn wieder zu schreiben, anstatt am Abend vor dem Fernseher oder Tablett zu hocken... pflege den Körper mit Wickeln und Kräuterbädern und räuchere auch wieder. Steig aus aus dem Trubelrad. Komm zu dir. Betrachte die Kräuterschätze und überlege welche Tees du kreiern könntest, mach Teezeremonien. Und setz dich zusammen mit Deinen Lieben udn erzählt Euch Geschichten. Vor allem Geschichten von den Seelen, die nicht mehr unter Euch sind. Erzählt von Oma und Opa,... was sie nicht für lustige Eigenschaften hatten... in jeder Familie gibts Geschichten. Das ist Ahnenpflege. Lebendige Ahnenpflege. Erzählt Euren Kindern von Euren Großeltern, die sie wahrscheinlich ja nicht mehr kannten. Lasst die Ahnenlinien aufleben und gebt allen einen Platz. Ja, gebt ihnen einen Platz im Stammbaum, im Familienbaum. Das wäre doch eine wunderbare Arbeit für die nächsten Tage. Vielleicht zeichnet ihr sogar einen Stammbaum. Und entdeckt dabei verborgene Geschichten.

Die Ahnenzeit ist etwas sehr Heiliges.

Heute, Montag kannst du ja abends beginnen, mit einer Räucherung. Hole wieder Weihrauch und Myrrhe hervor. Wacholder und Eibe. Angelika und Rosen. Ja, streut Euren Ahnen Rosen auf den Weg. Warum nicht? Warum nicht einfach mal Blumen auf den Weg streuen, für die, die die Wege vor uns gegangen sind. Samhain, Allerheiligen, Allerseelen ist ein großer Wandlungsraum. Transformation wird es heute genannt. Der Skorpion gibt seine Kraft für die Wandlung dazu. Und vieles kann bei ganz bewussten Tun und Sein sich wandeln.

Deshalb ist es auch sehr wichtig, und war es immer sehr wichtig für die weisen Frauen, sich täglich zu sammeln vor diesen Festen. In sich gehen, mit Meditation, Räucherung, Fasten, Reinigen und dem Gebet.

Der Kreis schließt sich. Auch Ahnenkränze aus dem was der Garten uns schenkt, sind wunderbares Handwerk um beim Tun in die Geschichten einzutauchen. Ebenso kannst du ans Wasser gehen udn Lichter für Verstorbene auf das Wasser setzen und ihnen nachsehen... wie sie davontreiben...

Lass Los und beginne neue. Forme (Transformation) Dich neu! Erfinde Dich neu! Die Botschaft dieser Zeit ist unübersehbar. Den Mut dazu bekommst Du von überall. Du musst nur aufmachen. Erzengel Michael, der Engel mit dem Lichtschwert ist der Helfer in dieser Zeit.  Seit 29. September, Michaelitag, ist seine Schwingung wieder äußerst präsent. Er ist der Engel des Mutes und hilft beim Durchtauchen solcher Zyklen. Von den Göttinnen stehen uns nun Hekate, Kali, Lilith, Inanna, Oya und natürlich in unseren Breiten die Percht bei.

Der Trank der Hekate, auch diesen kannst Du dir einmal in den nächsten Tagen bereiten, wird aus Weidenrinde hergestellt. Weidenrindentee ist bekanntlich ein gutes Grippe udn Schmerzmittel, aber er ist auch der Trank der Hekate- und sie ist eine Hebamme. Sie steht bei, wenn wir an Wegkruezungen stehen oder etwas neu gebären wollen. Und natürlich hilft sie auch bei Geburten. Oh ja.

Trinke einfach einmal ganz bewusst eine Tasse Weidenrindetee. Hole dir die Rinde selbst von einem schönen Weidenbaum, ein gnaz klein wenig genügt, setze ihn in kaltem Wasser an und bringe dies zum Kochen. Sieh diesen Trank als Trank der Reinigung und evt. sogar als Hilfe bei Schmerzen. Geburtswehen sag ich immer.... wenn Menschen an Schwellen stehen und genau wissen was zu tun wäre, es aber einfach nicht sein will. Wenn die Seele einfach nicht frei sein kann.

Nun dazu dienen jetzt diese wunderbaren Tage, diese Woche. Schwinge mit, mit den kosmischen Zyklen und es geht nicht darum, dass da jetzt besonders Hexentrara oder schmanaischer Zirkus bühnenreif gemacht wird. Es geht um Dich MENSCH. Um nichts anderes!

Und ab 11.11. Martinstag beginnt dann die Zeit des Mitgefühls. Die Laternen leuchten und man hört aus allen Ecken und Enden: Licht im Himmel, Licht in mir, Licht durch mich auf Erden hier...

 

Schlußstück

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns
mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.

Rainer Maria Rilke