4. Dezember - Barbaratag


Seit gestern denke ich an die Barbarazweige. Ist doch heuer mein Jahresbaum der Kirschbaum. Welch ein Geschenk, dass ich heute schon am frühen Morgen im knacksenden Schnee zu meinen Kirschbäumen stapfen konnte und von ihnen Zweigerl erbitten durfte. Noch ganz glänzend vom Frost überzogen holte ich sie in die warme Stube. Kurz darauf ereilte mich die Frage einer Freundin: Wie unterscheidest Du Blatt- von Blütenknospen?

Na ja... die Blütenknospen erkennst meist daran, dass sie etwas dicker sind. Aber ganz ehrlich gesagt, ich geh das meist anders an. Ich tu einfach, denk nicht viel dabei und lass mich überraschen. 

Entweder es blüht oder es blättert zu Weihnachten. Ich lass mich überraschen. Irgendwie bin ich irgendwann in meinem Leben im Vertrauen gelandet, dass alles so wird wie es passt. Das sagte ich oft schon als junges Mäderl, meine Mama fand das oft nicht so lustig: "Es wird schon."

Und so ist es auch, wenn ich heute an die Drei Heiligen Madln denke. Katharina, Margarethe und Barbara. 

Margaretha mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die hl. Madl. 

Dieser Spruch alleine zeugt schon vom Lauf des Lebens. Der Wurm als die Kraft der Erde, des Drachen,  der Turm, der in den Himmel reicht, auch wohl mit dem Willen und dem Eigenwillen zusammenhängt, der alten Geschichte vom Turm von Babel zusammenhängt, und das Radl, das Schicksalsrad, das Jahresrad. Wir Menschen auf der Erde erklimmen dem Turm, er steht auch für Berg, Herausforderung, während das Rad im Hintergrund läuft und läuft und läuft. Das Leben wird gesponnen und gelebt. 

Zu Barbara gehe ich in den Garten,

ich will keine Stunde länger mehr warten.

Erbete die Äste vom Kirschbaum fein,

hol sie in die warme Stube herein. 

Schon bald wollen sie erblühen und grünen 

und mir den nahenden Frühling künden. 

St. Barbara bringt die zartesten Blüten hervor,

sie öffnet uns nun ein weiteres Tor. 

Tritt ein in die Welt von Schnee und Eis,

erkenne auch darin die Blüten, 

himmlisch und leis.

Zart und rein,

wie Mutter Maria mein. 

Noch in der Knospe verweilend,

doch schon bald von allen Hüllen befreiend,

kommt das Kindlein klein,

ein Licht für alle wird es sein. 

Monika Rosenstatter