Bei Räucherwerk und Kerzenschein....

 

 

Bei Räucherwerk und Kerzenschein,

da bin ich gerne mal allein.

Schreib einen Brief,

an all die Geister - die ich rief.

Bitte bei Sorgen und danke für Freuden,

Nein, Räuchern ist kein Zeit vergeuden.

Salvia, Saflor - Weihrauch und Ros,

Cortes, Herba, Flora und -Flos,

Zunderschwamm und Feuerstein.

Ein Fest soll mir das Räuchern sein.

Monika Rosenstatter

 

 

Eine wunderbar, sinnliche Arbeit ist es, aus verschiedensten Harzen, Pulvern, Kräutern, Schätzen von Bäumen, Honig, und vielen anderen Wunderdingen Räucherwerk zu formen.  Räuchern bereichert unser Leben, schärft unsere Wahrnehmung und verbindet uns mit der Natur.

Dabei zuzusehen wie die Ingredenzien im Feuer transformieren, sich in Rauch auflösen -  Alt und Neu verbinden, Oben und Unten sich berühren, Körper, Geist und Seele sich begegnen - dabei zuzusehen, es zu riechen, zu fühlen und in der Handlung aufzugehen, ist Medizin. die Medizin des Menschen, seit er die Feuerkraft entdeckt hat.

 

Jänner - Wolfsmond

Herzstärkende Sonnenräucherung

1 Teil Rosmarin

1 Teil Alantwurzel oder Blüte

1 Teil Orangenzesten

1 Teil Wacholder

1 Teil Propolis

Die Kräuter in den Händen zerkleinern und in einer Schüssel mischen. Propolis im Mörser fein zerreiben und dazugeben. In einer schönen grünen Dose oder einem geschlossenen Glas aufbewahren, eine Sonne darauf malen oder kleben und für 7 Tage durchziehen und sich verbinden lassen. Vor Gebrauch kurz durchschütteln um die Kräfte zu aktivieren und eine Räucherung in einem Liebelingszimmer, einem eigenen Platz im Haus oder unter dem persönlichen Kraftbaum durchführen. Die "Ichkraft" und das Herz werden gestärkt. Kann auch unterstützend während einer Meditation verduftet werden.

 

Alant - Inula Helenium - Die Träne der Helena erleuchtete bereits unseren Ahnen die dunklen Rauhnächte

 

Februar - Maria Lichtmess

Garten ich begrüße Dich....

Wenn man merkt, dass der Frühling naht, können Gärtnerin und Gärtner  wieder mal mit einem Räucherbündel aus Beifuss, Goldrute, Lärchenzweigen und Birkenruten eine Gartenrunde drehen. Früher gingen an Maria Lichtmess die Bauern von Baum zu Baum. Sie schüttelten die Bäume um sie symbolisch aus dem Winterschlaf zu wecken. Auch eine Räucherung kann das noch zusätzlich unterstützen. Der Geist des Gärtners und der Pflanzen zieht wieder ein und das Wachstum kann beginnen.

Offene Räuchermischung für einen guten Gartenstart:

1 Teil Lärchennadeln (neues Aufraffen, Kraft schöpfen)

1 Teil Birkenblätter (Impuls für den Neustart)

1 Teil Rosenblüten (Harmonie auf allen Ebenen)

1 Propolis (Ehrung der Bienenkraft - ohne Bienen keine Blüten)

 

Birkenkraft - die Neues schafft

Mädchen geh hinaus und sing das Licht heraus.

Mädchen schüttel das Bäumchen,

Golden wird Dein Däumchen.

Grün wird nun die Kraft und alles will sich bald ergießen,

Der Schneekönigin Glöcklein und der Himmelsschlüssel sprießen.

Mädchen geh hinaus wecke der Nachtigall Gesang

es ist der wachsend Weltenklang.

Monika Rosenstatter

 

 

März - Ostara

Frühling wandelt unsere Herzen

Im Schoße der Keramikmutter verräuchere ich eine Mischung aus getrockneten Buschwindröschen, Schlüsselblumenblüten, Beifusskraut und Mandelharz.

Ich habe sie im Märzneumond im Mörser gemahlen. Einige Tage reifen lassen. Die Kräuter und das Harz sollen sich gut anfreunden.

Die Wirkung beim Räuchern wirkt sehr öffnend - befreiend - und macht das Herz weit für die Natur.

Haus, Garten und Ritualplätze werden damit auf energetischer Ebene auf die Kraft des Frühlings, Wachsens und Träumens in der Fülle  vorbereitet. Das Buschwindröschen singt von den Blumen im Wind, vom Träumen, der Beifuss verhillft zu sinnlichen Träumen, Die Schlüsselblumen öffnen das Herz und das Mandelharz wurde schon bei den Griechen als Liebesräuchermittel eingesetzt. Am 21.März treten wir in das Tierkreiszeichend es Widders. Feurigkeit, Liebeskraft, Durchbruch und Frühlingsgefühle. Diese Räucherung öffnet dem Frühling die Tür.

 

April - Widderkraft

Frühlingsräucherung

Also im Frühling wollen wir die gestauten Energien wieder lösen, die Verhärtungen des Winters, und so manche Dunkelheit vertreiben.

Da hilft uns die "Esche". Sie ist ein Lichtbaum, deren Blätter hoch oben in der Krone fast in den Himmel tanzen möchten. Von der Esche versprachen sich die Alten "Elastizität bis ins hohe Alter".

Die Elastizität ihres Holzes bringt uns wieder neuen Schwung.

Wie? Das geht eigentlich ganz einfach. Natürlich kann man sich Blätter und Rinde trocknen, auch Samen aber ich hab hier eine eigene Anwendung entwickelt. Ich hole mir von einer Esche einen fingerdicken Ast, etwa 30 cm lang. Noch jetzt, bevor sie austreibt. Die schwarzen Knospen sind ja unverkennbar.

Diesen Ast zünde ich bei Bedarf an, und räuchere damit. Das bringt wahren Eschenschwung.

Eschenblüte - Die Esche treibt als letzter Baum unserer Breiten seine Blätter, verliert sie aber auch wieder als erster im Herbst. Ein Schauspiel des sichtbaren Lebens von kurzer Dauer. 

 

Mai - Hochzeit - Anbindung an die Quelle

 Walpurgisnachtrauch - Die Hochzeit zwischen Himmel und Erde

Die Nacht vom 30. April auf 1. Mai ist eine besondere Nacht. Sie wird auch Beltane genannt. Begeht man nach altem Brauch dieses Fest, so nehme Frau wohl den zu dieser Zeit in den Wäldern wachsenden Waldmeister als Räucherkraut. Waldmeister gehört zu den "Mariae Bettstroh" Pflanzen, also den Schutzpflanzen der Göttin Freya. Auch Labkraut und Johanniskraut zählt man zu dieser Gattung. Nicht umsonst werden diese getrockneten Kräuterchen gern in Schlafkissen verwendet. Waldmeisterkissen hüllen in sanften Schlaf.

Früher, leider aber vergessen wurde die Bezeichnung des Waldmeisters als "Waldmutterkraut". Als Abschluß einer Walpurgisnacht finde ich sehr schön die süßliche Dufthülle des Waldmutterkrautes. Lebensfroh und heiter gehen wir so offen und frei wieder in den Alltag und lassen uns durch das Leben tragen.

Also nicht vergessen, einige Zweiglein Waldmeister früh genug für die "Nacht der Hexen" trocknen. Nur getrocknete Kräuter werden verräuchert!

Ein duftender Waldmeisterstrauss erfreut die Kräuterfrau im Frühling

 

Juni - Litha - Rosenmond

Sonnwendkränze werden dem Feuer übergeben

Zur Zeit der Sommersonnenwende, um den Johannistag entfalten viele Kräuter ihre größten Kräfte. Der Sonnenstand ist am höchsten und die sonne schreibt sich in die Pflanzen und Kräuter ein. Sie speichern das Sonnenlicht. Das Sonnenfeuer lässt ätherische Öle reifen und bald gehen wir schon in die Samenreife. Das wohl bekannteste aller Sonnenkräuter ist in unseren breiten das Johanniskraut. Hypericum perforatum. Neben den Rosen stehen der Frauenmantel, die Schafgarbe, Clematis und Lindenblüte, Wicken und Lavendel, Schwarzkümmel, Nachtkerze,.... in voller Blüte. Das Winden von Kränzen ist eine uralte Tradition, die man als Frau unbedingt beherrschen sollte. Einige Tage schmücken die Kränze Tür und Tor oder Tisch, ist er nun vertrocknet übergibt man den selbstgewundenen Kranz dem flackernden Sonnwendfeuer und überlässt damit seine Herzenswünsche der tranformierenden Kraft. Der Kräuterrauch trägt unsere Herzenswünsche zum Himmel.

Johanniskraut klärt angespannte Situationen (Gewitter, Streit, Mobbing,.)

Arnika stärkt die archetypische Sonne in uns.

Rose stärkt die Weilbichkeit.

Clematis hilft uns nicht dem Träumen zu verfallen.

Frauenmantel beschützt uns.

Lavendel stärkt die Kommunikation.

Blutweiderich stärkt unsere Blutsäfte.

Schafgarbe heilt dort, wo Heilung möglich ist.

 

Juli - Heumond - Wärmemond

Gewitterräucherung

Zieht ein Gewitter herauf, so zünde ein schwarze, geweihte Wetterkerze aus der Wallfahrtskirche zu Maria Plain bei Salzburg  an. Und als Räucherung hole dir das Johanniskraut zu Hilfe. Es löst die Spannung in der Luft, in Haus und Hof. Tiere sind vor Unwettern oft sehr unruhig, genoso wie wir Menschen. Geladen! Aber nicht nur wenn ein Sommergewitter aufzieht, sondern auch wenn zwischenmenschliche Spannungen, Blitze und Donner sich aufstauen schafft das Johanniskraut wieder eine gute Atmosphäre. Bei Mobbing, Traurigkeit und Melancholie bringt dieses Heilmittel der Sonne Licht und Klarheit in unser Gemüt. Johanniskraut reinigt die Aura. Um den Johannistag, 24. Juni, gepflückt, entfaltet es seine stärkste Wirkung. Junge Mädchen trugen früher bei den Sonnwendfeuern Johanniskrautgürtel um ihren Liebsten zu finden. 

Heumond - Auch dazu ist noch etwas aus dem alten Volksglauben überliefert. Das Heu, besonders das frisch eingebrachte galt früher als Glücksbringer. Vom frischen Heu steckte man sich früher einige Halme in den Geldbeutel. Diese magische Handlung sorgte dafür, dass da Geld nie ausging. Daher stammt auch der Spruch "Geld wie Heu" haben. oder stammt er doch vom Märchen Rumpelstilzchen. Das Stroh zu Gold spinnen?

August - Lugnasad

Notburga's Gruß

Am 15. August ziehen Frauen ins Land um früh morgens Kräuterbüschel zu pflücken. Maria's Kräuterwisch, Würzwisch, Himmelfahrtsbuschn,.... Vieles blüht auf den Wiesen und Matten, wie Paracelsus so schön sagt. Von Arnika bis Zittergras, von  Wolfstrapp bis Bärenklau. Die Königskerze prangt in der Mitte von "Marias Würzwisch".

 

September - Mabon - Erntemond

Sommerabschied

Der Sommer geht, verabschiedet sich, die Tage werden sichtlich kürzer. Bei einem Spaziergang durch Wald und Wiese sind die Zeichen des nahenden Herbstes kaum zu übersehen. Nehmt euch einen Fichtenzapfen mit, Heidkraut, wunderschön blüht es jetzt im Moor, einige Rosenblüten, und Holunderblätter. Alles Zutaten werden getrocknet. In einem Mörser fein zerkleinert.

Nun 1 Teil Weihrauch

1 Teil Myrrhe

und 1 Teil Rosenblüten fürs Gemüt

1 Teil Holunderblätter als Begrüßung für Frau Holle

2 Teile Fichtenzapfen oder Fichtennadeln

1 Teil Heidekraut

Alles gut durchmischen und auf einem Räucherstövchen mit Gitter verräuchern. Auf Gitter verrräuchert, entwickelt sich nicht so starker Rauch und der Duft ist ganz fein. Während des räucherns kurz mal innehalten, zurückdenken: Was war der Sommer für mich, welche Feste feierte ich, hab die Sonne genossen, das Wasser gefühlt, die von Sommerblütenduft erfüllte Luft geatmet, barfuss die Erde berührt?

Ja, so nehmen wir Abschied vom Sommer!

 

Der Herbst zieht ins Land!

Für die GärtnerInnen: Jetzt, wo die Beete gepflegt, Stauden und Kräuter geschnitten werden, fällt oft auch mal was fürs Räuchern ab!!!! Nicht vergessen!

 

Oktober

Salbei - Salvia officinalis - Heil-Sein

Der klassische Gartensalbei bietet sich uns an, in dunklen Monaten unsere Häuser und "heiligen Räume" zu Räuchern. Unsere klassischer Gartensalbei wird gerne verwechselt mit dem momentan sehr populären "White Sage" dem Salbei der Indianer. Auch dieser dient für Reinigungsräucherungen.

Eine "White Sage" Pflanze kann man bei uns als Kübelpflanze ziehen

Unser Gartensalbei ist uns ein treuer Begleiter. Auch jetzt im Winter kann ein Blättlein gezupft, getrocknet und verräuchert werden. Er sollte unbedingt getrocknet werden, da er sonst muffig riecht. Salbeitee riecht ja auch gerne etwas nach Schweiß und muffig - Eine deutliche Signatur dafür, wie er unseren Organismus reinigt und die Gift- und Schlackenausscheidung über die Schweißdrüsen anregt oder aber auch reguliert. (Deogel selbstgemacht)

Besonders für Krankenzimmer, nach Erkrankungen, wird mit Salbei geräuchert. "Salvia" bedeutet "Heil-Sein" - und genau das wollen wir ja. Er zählt aber auch zu jenen Kräutern, die bei Angstzuständen und Panikattacken gute Begleiter sind und diese gerne mal in Rauch auflösen. Salbei wird auch Henkerskraut genannt. Früher bestrich der Henker die Stelle, an dem er das Beil ansetzte mit Salbei, um dem Opfer die Angst zu nehmen... so die überlieferte Geschichte. Kräuter begleiteten schon seit jeher den Menschen auch in zeiten des Todes.

Salbei mit Rosenblüten zur Harmonisierung von Krankenzimmern

 

November

Der Monat der Ahnen - der Erinnerung - der lichten Nebel.

In stiller Nacht hab ich mir ein Räucherwerk gemacht. Aus der grau zerfurchten Hollerrinde, aus der Schlehe und der Rose Dornen. Aus den Blättern des Illex und der Erle - und dem Staub der weißen Perle. Weihrauch und Myrrhe und die Grünen Nadeln der Eibe.

In den Tagen um Allerheiligen verabschieden sich die lichten Gefühle. Erinnerungen an verstorbenen Menschen rufen sich wach. Wie oft hört man, dass die Nebel dünn sind, die ahnen man wahrnehmen kann, zu Halloween die Geister heraufsteigen, Persephone - das Licht - sich in die Erde zurückzieht , .... Man bringt den Ahnen Opfergaben, man schmückt die Gräber und betet für all die Seelen. Seelen fliegen.

Um all diese Seelen zu ehren, oder sie auch gehen zu lassen, kann man ihnen mit Rauch begegnen. Segnendem rauch - der ihnen ein Zeichen der Achtung entgegenbringt. Mit dem Rauch kann man Botschaften kommunizieren - die veilleicht noch nicht ihre wahren Wege gefunden haben. Worte , die man dem Verstorbenen noch sogaen wollte, aber nicht mehr die zeit oder Möglichkeit dazu war. Endtgültig Loslösen oder auch einfach Kontakt halten.

Aus den oben genannten Ingredenzien braue ich eine Räuchermischung und verglimme sie in Novembernächten. Andächtig, bewusst und behutsam.

Holunderrinde

 

Dezember

Immergrüne - Geburt des Lichts

Im Dezember winden wir Kränze. Wir winden Kränze aus Immergrünen. Tannengrün. Wir nennen ihn Adventkranz. Er symbolisiert das Rad des Lebens. Der Kreis - und ebenso die Immergrüne. Dieses dunkle Grün zeugt von saturnischer Kraft. In der größten Dunkelheit wird das Licht geboren. Nun ich liebe es, meinen Adventkranz aus den Immergrünen meines Gartens zu binden. Eibe, Fichte, Tanne, Efeu, Stechpalme, Mistel, Lebensbaum, Buchs, Kiefer ... aber auch die roten Zweige des Hartriegels haben ihren Platz. Sie symbolisieren für mich - meine Zeit. Ich bin in der roten Mondzeit als Frau. 4 Wochen sitze ich vor diesem Kranz, entzünde die Kerzen. Jede Woche eine Kerze mehr. Am 24. Dezember ist es meist so, dass der Christbaum in die gute Stube kommt und der Adventkranz zurücktritt. Ich weiß nur zu gut, wie es ist als Hausfrau: Wo stell ich jetzt wieder den Adventkranz hin? Er passt nicht mehr so richtig, und überhaupt braucht man den Platz auf dem Tisch für das große Festmahl..... Ja, ja so ist es. Hat Frau nun den Kranz aus den Immergrünen des Hausgartens oder der umliegenden Wälder gebunden - so hab eich einen guten Rat. Ist der Kranz so richtig flippig und modern mit allem Kunterbunt drauf - angefangen von Hirschen, Flitter, Plüsch, Federn, sonstiger Schnickschnack und hat noch nie ein zweiglein Tanne gesehen - so wird schwierig.

Nehmt den selbstgebundenen Kranz aus Immergrünen am 24. Dezember und zerbrecht ihn, mörsert die inzwischen gut durchgetrockneten Ästchen und Zweiglein. Mischt Weihrrauch und Myrrhe dazu. Nun habt ihr für 12 Rauhnächte genug energetisch wertvollste Räuchermischung hergestellt. Ich kann euch nur sagen - probiert es aus. Es ist die Arbeit wert.

Die erste Kerze brennt,...... unser wilder, grüner, lebendiger Adventkranz

 

Laßt vergehen, was vergeht!

Es vergeht um wiederzukehren,

es altert, um sich zu verjüngen,

es trennt sich, um sich inniger zu vereinigen,

es stirbt, um lebendiger zu werden.

 

Friedrich Hölderlin