Sommerlaune

Sommerlaune

Sommerlaune, Stadtkräuter, andere Kuriositäten und

Maria Himmelfahrt

Nach so einigen Tagen Regen, Sommernebel und allgemeiner Wetterunstimmigkeit drängte sich nun die Sonne wieder in den Vordergrund. Im August erwarten wir auch nichts anderes. Immer näher rückt Maria Himmelfahrt heran, die Kräuterwiesen, dschungelartigen Dickichte in den Wäldern, an den Flussufern und im eigenen Kräutergarten zeigen sich von ihrer prächtigsten Seite. Schon als junges Mädchen gefiel mir der Brauch des "Kräuterbuschenbindens", und jährlich ging ich am Abend des 14. August, dem Vorabend zu Maria Himmelfahrt, zum "Hiasbauerdamm", eine ungepflegte Wiese an einem steilen, schwer zu bearbeitenden Hang, und richtete Kräutersträuße. Ich liebte dieses Pflücken und ordnen schon damals. Dort war ein Vielfalt vorzufinden, die man heute oft suchen muss auf den überdüngten Wiesen.

Seit einigen Tagen juckte es in den Fingern, und so einige kleine Kräuterbüschchen sind schon in meinen Hexenkeller gewandert. Diese Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt gepflückt sollen ja eine ganz besondere Kraft haben, die Kraft der großen Frau, und wurden früher für den Winter als kleine Hausapotheke und Räucherstrauß aufbewahrt. So startete ich also meinen Ausflug Richtung Laufen. Zuerst glitt mein Blick durch Maisfelder, prächtig tragende Eichen und ein honiggelbes Haferfeld. Mit der Haferernte beginnt der Spätsommer. In Oberndorf fing ich noch eine chinesische Impression ein. Ein stattlicher Löwe in Gold.

Laufen ist ein entzückendes kleines Städtchen in Bayern. Es schmiegt sich an die Salzach und ist eng mit Österreich verbunden. Eine prunkvolle Brücke vereint Österreich und Deutschland. 

Faszinierend. Steht man in der Mitte der Brücke so richtet sich der Blick direkt auf den Untersberg. Das kann kein Zufall sein. 

Mein Weg führte mich in den Kapuzinerhof, ein aufgelassenes Kloster, das nun aber zu Bildungszwecken umgebaut wurde, einen berauschenden Klostergastgarten pflegt, und hervorragende Küche, vor allem Kräuterküche zu bieten hat.

(super Tischdeko - Walderdbeere)

 Mein Blick richtete sich besonders auf die, über der Kapuzinerkruft platzierte Madonna. Von Efeu umrankt. Efeu eine Pflanze fürs ewige Leben, immergrün.

Durch die herrlichsten kleinen Gässchen, überall kleine Freunde. In jeder noch so kleinsten Mauerritze. Stadtkräuter. Breitwegerich, Franzosenkraut, Zimbelkraut, Ringelblumen, Apfelbeere, Ackersenf, liebevolle Blumenschüsseln, uraltes Gemäuer. Das Haus des letzten Nachtwächters von Laufen, Faltermeier, ist wahrlich ein Kleinod.

Stadtbewohner: Huflattich

Nachtwächter Faltermeiers Haus

Weiter schlängelte ich durch die Gassen. Immer wieder musste ich schmunzeln, denn die wundersamsten Schilder sprangen mir ins Auge. Was sagt man zu diesem Spruch: "Make art, not war!" 

Eine sehr eigenwillige Schaufensterdeko - natürlich find ich das wieder ganz toll!!

 

Ja die Kreativität und Kunst soll immer einen wichtigen Platz in unserem Leben einnehmen. Kreativität ist eine Art gelebte Religion. Ja,  Sogar eine blaue Göttin schaute durch ein geöffnetes Fenster und ließ mich den Sommertag noch mehr genießen.

 

 

Und dann steuerte ich auf die große, prunkvolle Kirche zu. Nichtsahnend. Als ich sie jedoch betrat, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Kirche hat einen Namen. Die "Maria Himmelfahrtskirche " zu Laufen. Da zog es mich also hin.

 

Endlich konnte ich danke für dieses wunderbare Kräuterjahr, den vielen Stunden, die ich in der Natur verbrachte, sagen. Zu Füßen einer Holzmadonna mit dem sterbenden Jesus am Arm, stand eine große Vase voll mit Goldrute. Ein Kraut, für Niere Blase, ja ein Kraut, das so manche Angst schwinden läßt. Eine kleine Rispe nahm ich mit. Dies soll mein heuriges Maria Himmelfahrtskraut sein. Mich wieder weiter ein Jahr lang begleiten auf meinen oft bewegenden Kräuterwegen.

Goldrutenkraut

 

Nun werde ich wohl jedes Jahr eine kleine Wallfahrt zu dieser Kirche machen,mir  zum Abschluß in den heimeligen Kermaikladen mit Cafe am Platzl einen Abstecher gönnen, im Secondhandladen vorbeischauen, im Engelladen um die Ecke (Oberndorf) ein gebrauchtes Büchlein kaufen. Eine Hexe braucht halt mal Vintagestyle, Retrolook und Shabby Chick. Ein Stadtkräutlein auf den Hut stecken und so beschwingt in die Zeit des Frauendreißigers gehen. Damit ist die Zeit vom 15. August bis zum 15. September gemeint. Die Zeit, in der Ihr Euch noch eine kleinen Vorrat an Pflänzchen & Co pflücken könnt.

Und nun, ab in den Süden.

 

Hex, Hex

 

Durch diese hohlen Gassen müsst ihr gehn!!