Tollkirsche - Belladonna Atropea

Die Tollkirsche - Belladonna Atropea

Oft besuchte ich die zwei Tollkirschenschönheiten in den vergangenen Wochen. Bewunderung, vorsichtiges Annähern, Kennenlernen. Die Blütenkelche in purpurnem Rot, verschlingend die Blicke des Betrachters. Stattlich, anmutig, herrschend über das Stück Land zu ihren Füßen. Und eines Tages war sie dann am Boden zerstört. Wer konnte mit dieser Kraft nicht umgehen? Muss man sie zerstören, weil sie am Wegrand steht und vielleicht jemand eine giftige Beere davon naschen könnte? Atropea - unabwendbar - sagte man früher. Der Tod wäre unabwendbar, nimmt man Teile oder Beeren von ihr in den Mund. Ich erschrak, war momentan richtig betroffen darüber. Aber ich ertappte mich selbst und machte mich wieder einfühlsamer und achtend der Natur gegenüber. Diesen Wesen. Wie oft "reißt" frau im Vorbeigehen ein Pflänzchen ab, erklärt es bei einer Wanderung und geht weiter, gibts zwar der Natur zurück , aber na ja. Also selber auch bei der Nase nehmen.

So hob ich also die abgerupften, abeschnittenen Äste dieses "Vollbluts" auf. Ich nahm sie zu mir, sie sollten mit dem Rauch in den Himmel aufsteigen, ein gebührendes Ende soll sie bekommen. An diesem Sommerabend, nach den großen Regenfällen, wusste ich dann auch wer in dieser Pflanze wohnt. Die große ungezähmte Frau "die Baba Yaga". Ich konnte sie spüren und fühlen, als ich sie in den Händen hielt. Zeigt uns die "Belladonna" oder die Baba Yaga also das versteckte, das gestaute, das "immer lieb sein", um ja nicht anzuecken, in uns?  Warum bekommen wir denn oft Fieber, einen hochroten Kopf? Ja, weil wir oft nicht soswind wie wir sind.  Genau das will dieses Vollblutweib, die Tollkirsche, die in ihr wohnende Kraft oder Göttin uns sagen. Seht sie Euch an und seid wild, ja oft muss man sogar zerstörerisch sein. Und liegt man einmal am Boden, dann kommt jemand oder etwas, hebt Dich auf und hilft Dir. Und seis ein Kräuterwesen oder Kräuterweiblein, denn mit ihnen wird man immer und immer wieder aufstehen.