Stinkender Storchschnabel - Geranium Robertianum

Geranium Robertianum

 Stinkender Storchschnabel - Ruprechtskraut

Das Wesen, dass mich vor vielen, vielen Jahren in ihren Bann zog und mich bis heute nicht mehr losgelassen hat. Aus ihm bereitete ich meine erste Kräutertinktur. Es nahm mich bis heute mit auf eine Reise. Eine Reise in die Welt der Pflanzen, Tiere und des Menschen. Der stinkende Storchschnabel ist ein Kräutlein von ausgezeichneter Kraft und wohlgesonnen dem Menschen. Uralt, nicht beachtet, eher gescheut wegen des urinartigen Geruches. Es wächst auch gerne an Spazier- und Wanderwegen, wo halt schon mal Hunde, Katzen, Menschen mal austreten gehen. Wisst Ihr eigentlich dass der historische "Faust" ein Harnbeschauer war?  "Arte Hydra Secundo" = Die Kunst des Schauens vom zweiten Wasser. Also das zweite Wasser ist der Harn. Im Harn sah er den gesundheiltichen Zustand des Menschen. Das sei nur ein kurzer Streifzug. 

Diese Pflanze ist ein Reiniger, ein Durchputzer aller Wege im menschlichen Organismus. Ob Lymphe, Niere, Blase, Gehirn oder Blut. Der stinkende Storchschnabel ist von warmer Qualität, hat viel Feuer in sich und ist auch bei Pandemien und in Grippezeiten ein Hilfsmittel der Kräuterfrau.

Als Tinktur, getrocknetes Kraut zum Haustee oder in Kräuterkissen ist das zarte Pflänzlein verwendbar. Als Pulver in Tee gerührt oder übers Brot gestreut empfiehlt Hildegard v. Bingen als Vorbeugung bei Grippe. In ihren Schriften wird er vornehmlich als Reiherschnabel bezeichnet.

Reiherschnabel deutet auf die Signatur der Blüte hin. Der Samenstand, nach der mondischen rosaroten Blüte, bildet ein schnabelähnliches Samengehäuse. Und da ja immer noch das Märchen vom Storch, der die Kinder bringt, erzählt wird,  schließt sich auch dieser Kreis. Der "Stinkende Storchschnabel" war dem Hl. Ruprecht - Knecht Ruprecht geweiht, dem Hüter der Ehe und Familie. Dies ist nur wenig bekannt, setzte sich halt doch der Storch durch. War in früheren Zeiten ein Ehepaar bereit Kinder zu empfangen, so legte es ein Zweigerl Storchschnabelkraut unters Ehebett.Auch Tee aus dem getrockneten Kraut kann hier unterstützend wirken.

Bei Wunden die schlecht heilen, nässen, eitern; Bei Krankheiten, die sich nicht bessern wollen - wurde diese Kraut eingesetzt. Sogar bei Strahelnschäden nach Röntgen und Ultraschall soll sich diese Pflanze bewährt haben.

Klein - aber fein!!