Salbei - Salvia officinalis - Henkerskraut

Salbei. Er brauchte so lange, so viele jahre bis er meine Aufmerksamkeit eroberte. Salvare (lat.) heißt heilen. Berühre ich ihn, so sind meine finger klebirg, duften nach dem ätherischen Feuer der Pflanze. sie zählt zu den Lippenblütern. Warum heißt dieses Kraut Henkerskraut? Früher bestrich man die besagte Stelle im Nacken des hinzurichtenden Menschen mit Salbei, um ihm die Angst zu nehmen. Die Angst sitzt einem im Nacken.  Erst dann schritt der henker zur Tat. WArum schwitzt man? Oft steht einem der Angstschweiß auf der Stirn. Salbei hilft uns mit seinen drüsenbesetzten Blättern, die oft wie Hände nach uns greifen, Angst zu besiegen. WEr hat nicht davon gehört, dass vor allem in den Wechseljahren, wenn die Frau ihre Hitzewallungen bekommt, Salbeitte gut Abhilfe schaffen kann? Und wenn der Hals mal kratzt, so gurgle mit dünnen Salbeitee. So wird es beschrieben. Getrocknete und gemahlene Salbeiblätter werden als Zahnpasta genommen.

Salbeiernte im Flohmarktkorb - der getrocknete Salbei wird zu Tee und Räcuehrwerk verarbeitet

Auch im Salbei kann man die Tautropfen entdecken. Wir kennen diese Gutationstropfen nur vom Frauenmantel.

Ich habe aber von den Tropfen des Salbeis gekostet, und es schmeckt herrlich. Salbei ist eine wunderbare sonnenhungrige  Staude, die im Frühling leicht geschnitten wird. Nie zu viel - ansonsten bricht man ihr das Genick - dieser wertvollen Zauberstaude. Wird sie aber regelmäßig geschnitten, kann sie über viel, viele Jahre den Gärtner begleiten.