Hexenkraut - Moly

Circea Lutetiana

Enchanter's Nightshade

Waldklettenkraut, Bäschklättn, St. Stephanskraut

Das Hexenkraut hat sich auch in unserem Garten breit gemacht. Unter der Linde, so ganz heimlich unter der weißen romantischen Bank lugt es hervor. Es sät sich aus und jährlich wird es prachtvoller. Immer mehr Damen suchen und finden dieses kleine unscheinbare Kräutlein. Wenn ein Kraut, eher unscheinbar, sich Hexenkraut nennt, dann gilt es eine Blick darauf zu werfen. "Die süsse Bestie" wird die Namensgeberin dieses Krautes genannt.

Nun auf der Insel Aiaia herrscht Circe. Sie ist die Tochter des Sonnengottes Helios und die Schwester der Hekate. Schon eine sehr merkwürdige Verwandschaft. Ebenso zeigt uns auch das Hexenkraut seine Vorlieben für das Helle und doch Dunkle. Wachsen will sie am liebsten im Wald, an dunklen feuchten Plätzen. Es zählt zur Familie der Nachtkerzengewächse. Sie erhellt die Nacht. Schön wie der Mond und dunkel wie die Nacht sind das Hexenkraut und Circe.

Circe sitzt in ihrem Palast. Ihr wie von Sonnenlicht gesponnenes Haar glänzt im magischen Licht. sie ist die Meisterin magischer Worte und Zaubersprüche, sie kennt die Sprache der Kräuter wie keine andere.

Wo Circe herrscht, wo das Hexenkraut wächst, da treffen sich oben und unten. Da atmet der Kosmos. Menschen glaubten diese Plätze immer als gefährlich. Sind sie ja meist gesäumt von Erle, Weide - den Todesbäumen. Aiaia - das Land, das magische Waldland, der mythische Ort der Griechen an dem Circe ihr Unwesen trieb. Die Sterblichen mag Circe nicht besonders und bei den Männern ist sie sehr  wählerisch. Von schöner Gestalt haben sie zu sein, appetitlich und nicht sterblich vor allem. Ihre Liebe wurde vielen Männern zum Verhängnis. Schenken und doch verderblich webt sie ihre Schicksalsfäden, wickelt die Männer darin ein. Ihre Umarmungen sind wie Gift. Circe, sie ist die Hexe aller Hexen.

Nun Circe findet aber doch Odysseus begehrenswert. Odysseus und seine Gefährten folgen dem betörenden Gesang der Circe als sie auf Aiaia stranden. Die Männer von Odysseues entdecken bald den Palast von Circe. Eine merkwürdige Landschaft tut sich ihnen auf. Wilde Tiere, die jedoch zahm zu ihnen Kontakt aufnehmen. Liebliche Bären und Wölfe - fast menschlich anmutend kommen sie ihnen nahe. Als sie den Palast betreten, stehen sie der wunderschönen Circe gegenüber. Circe ist gerade mit ihrer Kräuterarbeit beschäftigt, löst sich davon und lädt die Herren auf einen Willkommenstrunk und ein köstlichees Mahl ein. In den Willkommenstrunk hat sie allerdings Zaubertropfen gemischt. Kaum haben die Männer davon getrunken, berührt sie die Scheitel mit einem Zauberstab und verwandelt sie in grunzende Schweine. Diese sperrt sie ein, wirft ihnen Eicheln, und wilde Kirschen zu. Eicheln und Kirschen sind die Speisen der Toten. Was blüht den Männern wohl? Nur einer, Eurylochus, entkommt den Fängen von Circe und eilt zu Odysseus. Klug geht Odysseus nun vor und macht sich auf den Weg um seine Kameraden befreien. Hermes der Götterbote kommt ihm zu Hilfe und bringt ihm das  Zauberkraut "Moly". Wer an der Wurzel von Moly riecht, ist gegen alle magisschen Tricks geschützt. Moly ist das bekanntlich das Hexenkraut - so wird in wissenden Kreisen gemunkelt.

Circe will natürlich ihrem Opfer Odysseus auch mit dem Trank begegnen, aber diesmal will der Zauber nicht greifen. Odysseus greift zum Schwert, bedroht Circe, und diese empfindet zum ersten mal Angst und Achtung vor einem Mann. Das will was heißen. Alle Verzauberten werden entzaubert. Circe aber ist entzückt von Odysseus. Hat doch ein Sterblicher ihre Aufmerksamkeit erregt. Gegen den Klügsten der Sterblichen zieht sie gerne den Kürzeren und gibt nach. Lange Zeit bleiben Odysseus und seine Gefährten nun bei Circe. Keine Zaubertricks mehr - handelte Odysseus aus. Aber bald wickelte Circe das Gefolge wieder um den Finger und lässt sie ihre Heimat völlig vergessen. Nur Odysseus bleibt stark. Nach langem drängen lässt Circe dann aber Odysseus und sein Gefolge die Heimreise antreten. Sie erwachen wieder aus ihrem Bann und die Insel Aiaia liegt hinter ihnen.

Noch viele Geschichten ranken sich um Circe. Immer kommen darin Schwein, Eber, Bär oder Wolf darin vor. Immer das Umgarnen der Männer und die Zauberkraft der Kräuter. 

Odysseus schlägt Circe mit ihren eigenen Waffen. Er nimmt seine weibliche Seite zur Hilfe, die Kraft der Kräutermagie und Zauberei. Dies sind seine weiblichen Seelenanteile. Das Kraut Moly schafft gemiensam mit seiner Klugheit etwas, was keine Männerfaust oder gar eine Waffe zusatande gebracht hätte. zwei gleichwertige Partner stehen sich in dieser Beziehung gegnüber. Circe wird oft als weiblich-heidnische Urseele, Urmutter bezeichnet.

Ja, ja. Die Kraft der Circe sollte jeder Frau innewohnen. Die innere Hexe bewusst leben, gut für Überraschungen, Zauber und Magie und das Wissen um die Kraft der Kräuter sind Handwerke die nicht vergessen werden sollten.

 

Zart, fein und betörend.... ab und zu ein Zweigerl auf der Brust getragen, macht unwiderstehlich!

In der Heilkunde wird Hexenkraut als Wundmittel, Blutstiller zwecks des Gerbstoffgehalts verwendet. Hexenkraut hat einen großen Anteil an Oxalsäure. Also nie in großen Mengen genießen. Man schmeckt dies besonders, wenn man die kleinen Samen (Klettfrucht) nascht. Sauer wie Sauerklee sind sie.