Franzosenkraut - Galinsoga parviflora

Das Franzosenkraut

 Galinsoga parviflora - Zottiges Knopfkraut - Gallantsoldier

Dieser Korbblütler beschenkt uns jetzt nochmals mit seinen kräftespendenden Kraut. Den Namen hat dieses kleine entzückende nicht frostfeste Kräutlein dem Feldherren Napoleon zu verdanken. Er mischte dies laut Überlieferungen seinen Soldaten unter die Speisen. Es gab enorm viel Kraft und Ausdauer - versorgte die Kämpfer mit den ötigen Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders viel Vitamin C und A wird ihm nachgesagt und auch Eisen, Kalcium, Mangan,.... Ein vielfaches dieser Stoffe enthält die Pflanze im Vergelich zur gleichen Menge Kopfsalat. Wohlbemerkt wächst das Kraut ja wieder mal gerne im Salat- aber auch Gurkenbeet. Also nicht als Unkraut, sondern als Segen bezeichnen und essen. Vor allem die jungen Triebe werden als Spinat, Pesto, als Beigabe zu Salaten, die Blüten als Zierde auf Butterbroten,... verwendet. Das getrocknete Kraut wird gemeinsam mit Majoran für die stärkende Kartoffelsuppe unentbehrlich. Mangan ist übrgiens ein sehr wichtiger Radikalfänger, das mit dem Verzehr von Franzosenkraut dem Körper auf einfache Weise zugeführt werden kann.

Franzosenkraut wirkt weiters blutdrucksenkend, blutreinigend und vor allem kräftigend. In Amerika wurde es vom Landvolk immer in die Kartoffelsuppe als kräftigendes Gewürz gemischt. So stärkte es für die harte Arbeit auf Feld und Acker.

Aber achten wir auf den Standort, auf die Erscheinung der Pflanze. Sie hat einen zähen, leicht behaarten Stengel, wächst auf sehr mageren Standorten und zog von Südamerika nach Europa und verteilte sich mit Napoleons Hilfe über ganz Europa. Seine ausdauernde Wuchskraft vom Frühling bis zum späten Herbst, sein immer wieder neues Austreiben, deutet auf Lebenskraft und Stärkung hin. Die Lebensgemeinschaft mit der Hainbuche tut ihr übriges in der Signatur dazu. Die Hainbuche hat so hartes Holz, dass aus ihr die Bahnschwellen gebaut wurden. Und wer kennt nicht den Ausdruck "hainbuchener Mensch" - ein zäher Mensch. Ebenso das kleine Pendant dazu- das Franzosenkraut - ausdauernd, neckisch, zäh und kraftgebend. Aber nicht frosthart. Die Samen können allerdings Jahre überdauern - sie warten so lange, bis sie die für sich richtige Temperatur undKeimbedingungen verspüren. Dann aber sprießt es ordentlich. Interessant ist sicherlich auch die Tatsache, dass es bis zu 80 cm tief wurzelt. Darauf dürfte natürlich der hohe Gehalt an Mineralien zurückzuführen sein. Aus der Erde kommt diese Kraft der kleinen unscheinbaren Pflanze.

Weil ich die Vorliebe des Franzosenkrautes für Gurkenbeete erwähnte, möchte ich auch auf dies eingehen. Nicht gern gesehen wird es in monotonen Gurkenbeeten. Denn es wird nur all zu gerne von Spinnmilben befallen, und diese greifen dann halt gerne auf Gurken und Co über. Der Graus jedes Gärtners. Ich muss sagen, bei einem natürlichen Biogarten, mit Mischkultur und gesundem Mikrokosmos - wird das Franzosenkraut keine Probleme bereiten. In den 80er und 90er Jahren war es halt so üblich, dass man riesige Mistbeete alleine mit Gurken beflanzte - und man denke mal nach - ob diese Monokulturen nicht Schuld am schlechten Ruf des Franzosenkrautes als Spinnmilbenüberträger haben.

Tja, da wusste der kleine Napoleon wie er sich groß und stark machen konnte. Knopfkraut heißt es übrigens deswegen, weil die Blüten den Knöpfen der französischen Uniformen so ähnlich waren. Entzückend sind die gelben Röhrenblütengesichter mit den vier bis fünf, dreigezähnten weißen Zungenblüten.

Eine Kräuterfrau berichtete mir einmal vor vielen Jahren, dass das Franzosenkraut sogar als Ersatz für Kamille verwendet wurde.

Und ein Zweigerl am Revers - sieht nicht nur hübsch aus, sondern bringt uns gut durch den Tag.

Franzosenkraut (Galinsoga parviflora)