Die Bachnelkenwurz - Blutströpferl - Geum Rivale L.

Benedetta Aquata

Die Bachnelkenwurz zählt zu den Lieblingspflanzen meiner Kindheit. Ich liebte und verehre noch heute dieses Rosengewächs. Das Apricot der Blüte, darüber das pupurne Mäntelchen,.... der witzige Samenstand wird auch als "Fedrige Achäne" bezeichnet. Alleine das hört sich schon geheimnisvoll an. Bin ich ein Anhänger der einfachen , echten, aromatischen Nelkenwurz, so muss ich aber sagen - die Schwester Bachnelkenwurz ist von wahrlich auch mit Lieblichkeit gesegnet. Warum wird sie wohl Blutströpfchen genannt? Die Alten sagten der rötlichen Wurz, die gerne an Bachufern und feuchten Gebieten wächst, eine wohltuende Wirkung auf das Herz nachgesagt. Und Herz und Blut liegen ja nahe beisammen. Herzblut - ein Ausdruck aus dem Volksmund ist ja allseits bekannt. Vor allem muss ich aber aus eigener Erfahrung sagen, sie ist höchstreinigend. Die Wurzel roh gekostet, regt den Stoffwechsel ziemlich intensiv an. Bitte nur auf eigene Verantwortung probieren. Die Bachnelkenwurz ist nicht giftig. Aber sie hat große Kräfte und das geriebene Wurzelpulver ist wohl bei übermäßigem Genuss von Alkohol und fettem Essen früher sehr hilfreich gewesen.

"Bringt das Blutsttröpferl dich zum Weinen, tun sich Herz und Seele wieder vereinen."

Im Zauberglauben wird die Bachnelkenwurz bei Liebeskummer verwendet. Das weinende Herz - die Signatur zeigt es uns deutlich, wird getröstet.  Alleine der italiensiche Name: Benedetto aquata - Geheiligtes Wasserkraut - sozusagen - nah am Wasser ist diese Pflanze gebaut.  Ja, wenn das Herz traurig ist, sind die Gefühle, unsere Seele den Tränen nah ... Das Wasser bringt wieder alles ins Fließen. Also sprich die Säfte des Menschen, Lymphe und Blut, könnten von dieser attraktiven Pflanze berührt werden. Die Wuchsform, die Samen, die Blüte - alles bezieht sich auf Zentrierung. Der Mensch sollte um seine Mitte wissen, diese pflegen um nicht mit dem Strom des Lebens davongetrieben zu werden.... Das hat es mir jetzt schön gesagt - das Blutströpferl.