Der gesunde, runde Hexengarten

  

Der gesunde, runde Hexengarten

Knoblauchtee

Ein gesunder Garten braucht manchmal auch Tee. Der Knoblauchtee ist ein gutes Mittel um den Garten zu stärken. Knoblauch gilt als natürliches Antibiotikum, er schützt die Pflanzen vor Bakterienbefall, Milben, Grauschimmel, Kräuselkrankheit und natürlich vor Pilzbefall, was in sehr nassen Jahren oft vielen Pflanzen zum Verhängnis wird.

Rezept für Knoblauchtee:

90 g Knoblauchzehen samt der Schale klein hacken und mit 1, 5 l kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten ziehen lassen. Im Frühling und nach der Blüte im Juli gieße ich den garten mit einer Verdünnung von 1:1 ( 1 Teil Tee - 1 Teil Wasser) die Rosen damit. doch nicht nur das Gießen von Rosen mir Knoblauchtee hat sich bewährt, auch das Setzen von Knoblauch in der Nähe der Rose ist zu empfehlen. durch die knoblauchkraft wird die Rose nicht nur gesärkt, sondern auch ihr Duft profitiert davon und wird intensiver. Das Blattgrün wird satter und die Blüten gesünder. also auf zum Knochzehen pflanzen!

Um vorzubeugen bei Pilz, Bakterien und Schimmelbefall wird der Tee verdünnt. In eine Sprühflasche füllen und die gefährdeten Pflanzen mit einer Verdünnung von  1:7 (1 Teil Tee - 7 Teile Wasser) besprühen. Dieser Mischung werden noch pro Liter 3 Tropfen ätherisches Palmarosaöl untergemischt. Also eine homöopathsiche Dosis. Mit dieser Mischung werden im April die Pflanzen wöchentlich 1 x damit besprüht. Oder halt bei Bedarf... fühl dich hinein.

Schneck, Schneck... strecke deine Hörner raus...

So haben wir als Kinder immer mit den Schnecken geredet. Ganz vorsichtig haben wir mit den  Fingern die  Schneckenfühler berührt und dabei dieses Sprüchlein gesagt. Die schlaue, schreckhafte Schneck hat natürlich sofort ihre Fühler eingezogen und sich ins Haus zurückgezogen. Ja, wenn das als Gärtner mit den Schnecken nur auch so lustig wäre. Bereits im Frühlings, wenn man das Luab von den Beeten nimmt, die erde harkt, kommen überall die Schnecklein und ihre Eiablagen zum Vorschein.

Was hilft nun gegen diese ungebetenen Gartenbesucher? Na, ja... jedenfalls auf  bunte Kügelchen und chemische Keulen sollte bitte verzichtet werden.

1. Zwischen junge Salatpflanzen können Fichtennadeln gestreut werden. Das mögen die gefräßigen Tierchen nicht sehr gerne. Die Nadeln hindern sie am Kriechen. und da weichen sie lieber aus.

2. Mit den Tierchen reden. Sie absammeln und einfach weit weg tragen, wo sie nicht stören. (Nicht zum nachbarn. Nein, das darf man nicht tun) Immer wieder absammeln, und auch selbst die klare Einstellung haben, hier haben Schnecken nichts zu suchen. Einen geistigen Zaun ums geliebte Kräuter- oder Gemüsebeet ziehen. Das muss aber oft wiederholt werden. Es hilft aber.

3. Viel Kapuzinerkresse, Salbei und ätherische Kräuter im Garten pflanzen. Der Schnitt dieser Kräuter wird auf die Beete gestreut. Ein natürlicher Schutz.

Salbei

4. In gift- und chemiefreien, liebevoll gepflegten Gärten fühlen sich Frösche, Kröten und Schlangen wohl. Die Natur hat es so eingerichtet, dass auch diese Tiere natürliche Feinde der Schnecken sind.

5. Bei abnehmendem Mond getrocknete Eierschalen zu kleinen Splittern zermalen. Wichtig ist, dass die Schalen gut trocken sind, damit die Eihaut nicht weich ist. Nun wird diese Eierschalenstreu an einem Skorpiontag im zunehmendem Mond um die Pflänzlein, die Schutz erhalten sollen, gestreut. Dieser magische Zaun gehört regelmäßig erneuert, da bei Regen die Schalen in den Boden gewaschen werden. Sollten Igelfreunde im Garten unterwegs sein, so haben sie ihre Freude an der weißen Nahrung. Sie vertilgen Schnecken ebenso, wie Eierschalen.

6. Für die Hexen unter den Gärtnern habe ich folgenden Tipp: Wenn ich neue Pflanzen einen Platz im Garten gebe, so ziehe ich unmittelbar  nach der Pflanzung drei Kreise mit einem Zauberstab um das neue Pflänzchen. Murmle einen Zauberspruch, und so kann es geschützt aufwachsen. aber eins muss ich auch sagen, wollen die Gartenzwerge einfach eine gewisse Pflanze nicht am gewünschten ort haben, dann ist es halt mal so. Dann schicken sie die Schnecklein aus.

Und ich sage immer: Ich hab so viel Grünzeug in meinem Garten, da bleibt noch genug übrig. Auch wenn da einige Mitesser sind.

Buchtipp: Schneckenflüstern statt Schneckenkorn

von Hans-Peter Posavac (Verlag Neue Erde)

ISBN: 978-3-89060-240-0, EUR 9,80

 

Rosengesundheit

Gegen Sternrußtau gibts schon ein Mittel, falls der Gärtner oder die Gärtnerin gar nicht damit leben können. Ich persönlich nehms bei meinen vielen Rosen inzwischen in Kauf, dass nach einer überreichen Blüte im Juni anschließend ein wenig die "Kraft herausen ist", wie man so schön sagt. Es ist verständlich. Um die Blüten und Düfte, verführerischsten Formen und Farben hevorrzubringen wird vom Rosenstock Extremes gefordert. Dazu kommt dann noch die übliche Regenzeit im Juni, die Rosenkrankheiten, wie Mehltau und Sternrußtau  fördert. Wichtig ist, alles Verblühte zu entfernen. So siehts schon mal ordentlicher aus und weniger Angriffsfläche ist vorhanden. Ich mulche mit Kräutermulch, Rasenschnitt und pflanze als Begleitstauden Lavendel, Thymian, Frauenmantel und Rosmarin. Die ätherischen Öle dieser Pflanze schaffen ein gesundes Gartenkleinklima. Auch das gießen mit leichtem Lavendeltee stärkt die Rosenaura. Aber das wohl bekannteste Mittel ist die Schachtelhalmbrühe.

Schachtelham breitet sich gerne mal als "Unkraut" in den Gärten aus. Vor allem an Plätzen mit stark verdichteter Erde. Sie ist eine sogenannte ZEIGERPFLANZE. In kaltem Regenwasser wird das kraut eingelegt und kann bereits nach einem Tag zum besprühen der Rosentöcke verwendet werden. Faustregel ist: Alle drei Wochen mit diesem "natürlichen Pflanzenstärkungsmittel" die Sorgenkinder behandeln. Mit diesen Mitteln können wir die Regenartionsphase der rose nach der Blüte unterstützen. wichtig ist einfach zu verstehen, was die sogenannte "Krankheit", die keine ist, zu verstehen. Lässt man die Rose diese Zeit der Schwäche ohne chemische Behandlung durchstehen, mit der liebevollen Unterstützung des Menschen und der Kräuterwesen so wird die Rose dadurch in ihrer Gesundheit gestärkt. In diesem Prozess schöpft sie Kraft, es ist eigentlich schon wieder die Heilungsphase. Wenn wir diese unterbrechen und mit synthetisch-chemischen Mitteln arbeiten, so schwächen wir unseren Schützling. Ich sehe die Rose als ganzheitliches Wesen. Berührung und liebevolle Zuwendung sind die besten Rosengesundheitsmittel. .... ???? Neue Medizin im Garten? Ist eine Überlegung wert.

 

Alltagsmüll

Was in so einer Hexenküche nicht alles an magischem Müll anfällt. Karotten und andere Gemüseschalen, Eierschalen, Kaffeesatz, Teereste aufgebrüht, Salatabfälle, Kräuterschnipsel, Schwammerputzerei, Gemüsekochwasser, ausgekochtes Getreide,...

All dies verteile ich oft, wenn mir der Weg zum Komposthaufen zu weit ist, einfach zwischen den Stauden, Rosen und Sträuchern auf den Beeten. Die Eierschale in der Hand zerbröseln und auf die Erde streuen. Zerbröselte Eierschalen mögen Schnecken nicht gerne. Die kleben zu sehr und so ist man schon wieder das ein oder andere Schnecklein los.

All der Alltagsküchenabfall auf den Beeten sieht natürlich im sommer nicht so wunderschön aus. Aber für mich ist das seit Jahren eine gute lösung in den wintermonaten - vorausgesetzt es ist keine geschlossenen Schneedecke. Dann landet auch bei mir der "Alltagsmüll" auf dem Kompost.

 

Frühlingstipp

Hat man zuviel Kräutertee gesammelt oder eingekauft, manchmal kommt das vor, ist er für den Teegenuß nicht mehr zufriedenstellend, so das Ganze in einer Schüssel mischen (trocken). Die Kräuter über die Beete und den Rasen streuen - das gibt guten Humus, nährt große und kleine Tiere und ist ein hervorragendes Pflanzenstärkungsmittel. Und nebenbei könnten sich noch einige Sämlinge zu brauchbaren Pflanzen für die kommende Gartensaison entwickeln.

 

Herbstlaub und Staudenschnitt

In einem großen Garten fällt im Herbst einiges an Laubmaterial und Staudenschnitt an. Ich mähe mit dem Rasenmäher darüber. So macht es halt die Frau. Männer sehen das nicht so gerne, aber es ist die einfachste art, Mulchmaterial zu erzeugen. Schneiden, Flach ausbreiten, Rasenmäher sehr hoch einstellen und darübermähen. Im fangkorb liegt das gehäkselte Mulchmaterial bereit. Mit diesem decke ich meine Beete ab, unter Sträucher und unter Bäume wird dieses Material verteilt, das auch noch nebenbei einiges an samen enthält. Von einjährigen und zweijährigen Pflanzen, Kräutern,.... so kommen meine Kinder von selbst zur Welt und die Gelbörse wird geschont. Vor allem ist es spannend, wie der Garten sich nächstes Jahr wieder verändert.

Das Laub habe ich auf den Beeten verteilt. Dazwischen lugt im Jänner (2012) schon wieder die Vogelmiere hervor. Das ist so ihre Art. Jedes freie Erdfleckchen will sie zudecken.

 

Ökobindfaden

Da wächst sie vor sich hin. Die Ackerwinde. Über meine schöne Rose Giselaine de Feligonde. Über den Buchs, zwischen den Clematis. Irgendwie blüht sie ja schön, aber sie halt jeden Gärtner in Atem. Also auszupfen und weiterareiten. Nun war ich also in meinem Gemüsebeet tätig. Der seifige Koriander stand in voller Blüte, die sich über den Salathäuptern ergossen. Und da war sie dann, die geniale Idee. Ein Stock aus dem Wald und ein Bindfaden. Der Koriander brauchte eine Stütze. Welcher Bindfaden? Mein neuer ÖKO BINDFADEN. Die Ackerwinde. Ich holte mir eine möglichst lange Winde, zupfte die zarten Blättlein ab, steckte den Stock in die Erde und mit dem neuen "Faden" band ich den Koriander fest. Kein Draht, keine Schnur, Hilfsmaterial aus dem Garten, das kommt und auch von selbst wieder vergeht. Kein lästiges Faden herunterwursteln von den Stöcken im Herbst. Ja und meine Labkrautkranzerl bind ich nun auch aus dem wunderbaren UNKRAUT.

Der neue Ökobindfaden

 

Der "gesunde" Rasen

Ich verehre meinen Rasen, obwohl er nicht so aussieht. Wie? Na, ja. Er ist halt kein pgepflegter, grüner Teppich, englischer Rasen, die Rasenkanten verschmelzen mit den Beeten, aber er lebt. Dieser Rasen ist durchwachsen von Gundelrebe, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Vogelmiere, Löwenzahn, ... In den ganz trockenen und mageren Ecken siedeln sich Kleblabkraut, Vogelknöterich, guter Heinrich und so  manche Seltenheit an. Der Clou an der Sache des wilden Rasens ist folgender: Bevor ich meinen Rasen mähe, gehe ich zuerst mal Kräuterpflücken. Diese werden zum Trocknen im Hexenkeller deponiert. Dann wird dieses lebhafte Grün gemäht. Den Rasenschnitt verteile ich unter den Stauden, zwischen den Gemüsepflänzchen, unter den Bäumen. Überall wo Mulchmaterial gebraucht wird. Das gute daran ist, diese ganzen "Unkräuter" sind die beste Pflege und Düngung für Stauden & Co. Und weil diese kleinen Wiesenkräuterchen so standhaft und unverwüstlich sind, hab ich bereits am nächsten Morgen schon wieder Gundelrebe und Gänseblümchen fürs Frühstücksmüsli. Ja, so schnell sind diee kleinen Stehaufmännchen. Und vergesst nicht, wo die Gänseblümchen wachsen, sind die Elfen zu Hause.

Gundermann - Zickleinkraut - Hexenlebensnotwendig

 

Räucherung bei ungebetenem Kleingetier
 
Jedes Jahr aufs Neue kommt die Zeit der Läuse, Raupen, des Rosenrosts und vielen Gärtnersorgen mehr. An und für sich ist das nicht so schlimm, die Pflanzen brauchen auch diese Zeiten. Gärtnert man biologisch und im Rythmus des Mondes so werden die Pflanzen von Jahr zu Jahr stärker und widerstansfähiger. Und nach jedem Tief kommt bekanntlich ein Hoch - wir brauchen nur etwas Geduld. Wie schon erwähnt räuchere ich nicht nur im Haus, sondern auch ums Haus und damit in meinem Garten. Lunaria - der Silberschilling stärkt die Rosen, Bäume und Sträucher und lässt sie, wenn noch frisch gepflanzt, sich schnell am neuen Standort wohlfühlen. Aber auch  für eine Räucherung mit Lorbeerblättern sind sie dankbar und das vertreibt so manches Ungetier. Ab Anfang April wöchentlich einmal eine Abendrunde mit Räucherwerk und Co im Garten drehen.

Räucherbündel - Smudges

 

 

"Garten ist wie Hausarbeit:

Auch wenn man schönes Geschirr verwendet, muss man trotzdem täglich abwaschen."

Stefan Schmitd - Landschaftsgärtner