Echtes Labkraut - Galium Verum

Gelbes Labkraut blüht in gelben Wolken an Waldrändern. Da Liebfrauenstroh duftet nach Honig und fast möchte man sich umkränzen damit. Und so zogen Helena und ich los und pflückten am Sonntag ein glühenden Strauß dieses ehrwürdigen Krautes, auch Muttergottesbettstroh genannt. Und Helena hat es genossen, dass ihr den Bauch und den Rücken damit abstreifte und wir konnten uns gar nicht sattriechen. Es wird nun getrocknet und dann zu einem Kissen für unser kommendes Erdenkind verarbeitet. Man legte es früher, und wir machen das auch heute noch so, die Helena und ich , wir zwei alten Seelenschwestern, den Kindern in die Wiege um Mutter und kind vor Zaubereien und Krankheiten zu schützen.

Dass duftende, weiche Kraut hat nach der mittelalterlichen sage das Stroh geliefert, auf welches die Muttergottes das Jesuskindlein bettete. In England heißt es Ladiees Bedstraw. Meister Raffael (Maler der Renaissance) hat auf dem Bild der Madonna della Casa alba in Petersburg dieses "Stroh" abgebildet.

Der Aberglaube hat sich so fest erhalten, dass die Landleute in der Nürnberger Gegend bei fieberhaften Erkrnakungen ein Büschel Liebfrauenstroh an das Kopfende des Bettes gaben und dazu vor dem Schlafengehen sprachen:

Heil sei dir, du heilig Kraut!

Hilf uns zum Gesunden,

Auf dem Ölberg wurdest du

Allererst gefunden!

Du bist gut für manches Weh,

Heilet manche Wunden;

Bei der Jungfrau heil'gem Strauß

Lasse uns gesunden!

 

Auf dem Foto unten seht ihr die Symbiose von Labkraut und Betonikakraut (Lila - Heilziest) sie wachsen meist gemeinsam in der natur und deuten auf alte, alte Heilsplätze hin. Nicht weißt davon wächst der Waldwachtelweizen, ein uralten Ritualkraut und wer fühlig ist, spürt die starke Kraft dieser alten und heilkräftigen Kräuter zur Sonnwendzeit.

Natürlich lugt zwischendrin auch das Johannikraut hervor mit seinen sonnigen Blüten!