Die Eiche

 Quercus - Buchengewächs - Fagaceae

Wie viele Geschichten, Gedichte, Sagen und Legenden belbt die Eiche oft mit ihrem Dasein. Groß, stattlich, nährend, schützend. Am Waldrand, oft vereint mit Holunder, Hasel und Waldreben platziert sie sich um zu wachen. Wachen über den Wald, ihre Schützlinge, Tiere und Pflanzen, Moosweiblein, Holzarbeiter und Kinderseelchen. Tausend und mehr Jahre haben Eichen oft auf ihrem "Buckel", Generationen und Katastrophen überlegt, reich an tausenden von Geschichten. All diese Geschichten, werfen sie dann in den Mastjahren ab, in Form ihrer keleine Eichelmännchen. Rund, kugelig und ein keckes Hütchen aufgesetzt. So schickt die Eiche ihre Kinder auf die Reise. Auf der kühlen, feuchten Erde fühlen sich die vielen Früchtchen wohl und schon bald beginnen sie zu keimen. Rot, feurige Kraft verraten ihre ersten Wurzeln und Keimsprossen. Wer sich die Mühe macht und die Früchte im Herbst sammelt, auch die bereits keimenden, kann sich daraus Kaffee, Mehl, Bier, nach Eichenmanier stärkende Urnahrung zubereiten. Ich trocken sie und wenn ich sie verarbeiten möchte, hole ich den kern heraus, röste und mahle ihn. Entbittert werden meine Eicheln nicht. Zum Entbittern würde man sie für einige Zeit ins Wasser legen, früher hängte man sie in Bäche. So werden die Bitterstoffe herausgeschwemmt. Aber die Waldfrau verarbeitet die noch bitter schmeckenden Eicheln und Galle, Leber und Verdauungsorgane schätzen diese Bitterkeit.

Das schöne an der Eiche ist, ihre Gestalt. Ausgeglichenheit. Das harte holz, der mächtige männliche Stamm und dann noch wieder die federartigen Blüten, und noch weicher zeichnen die gelappten Blätter. Die Blätter, das Laub, ist von glatter Oberfläche, und hat Kurven. Anmutig, wie Wolken liegen sie im herbst zwischen all dem bunten Laub. Hier ein Eichenwölklein, da ein Eichblatt und viele fallen erst im Frühling zur Erde, wenn die neuen Triebe sie verdrängen. Die Blätter dieses wertvollen Waldbaumes ergänzen die Hexenküche in vielen Belangen.....

Die Eiche

Eichenbaum am Waldesrand

schützend hältst Du Deine Hand

über Hasel und Holunder,

über Esche, Buche und dem Zunder,

jahrein, jahraus wirfst du den Blick in alle Weiten,

verstehst es Menschen zu geleiten.

Mit tausend Händen an deinen Ästen,

mit tausend Früchten aus deinem Schoß,

verschenkst Du dich.

Eifnach und Bloss.

Verschenkst Dich ohne zu erwarten,

du kennst die Gesetze in Freyas Garten.

Eiche schützt und macht fest, was glaubt zu fliehen,

sie erleichtert stets des Menschen Mühen.

Prächtig und herrlich,

einfach und ehrlich

ist sie.

Monika Rosenstatter