Der Flug des Schwans - Reine Schönheit

 

Wir haben November udn ich streiche durchs Land.  Manchmal habe ich das Glück ganz nah bei den Schwänen zu sein. Momentan bin ich sehr mit dem Leben der Tiere, und vor allem mit dem Zusammenleben von Mensch und Tier beschäftigt. Ich merke auch, dass das noch zu sehr gefehlt hat in meinem Leben. Die Tiere sind ein sehr wichtiger Aspekt im großen Ganzen. Und vor allem wenn man zur Ruhe kommen will, kann ich nur empfehlen, sich mit Tieren zu beschäftigen. Eine Pflanze über längere Zeit zu beobachten, fällt oft vielen schwer. Weil sie einfach ist und dasteht und sich jetzt nicht wirklich im Laufe einer Stunde das große Schauspiel bietet. Ausser man hat die Gabe und die Zeit die Schönheit einfach im Moment einzufangen. Nimmt man sich Zeit Tiere zu beobachten so wird man sehr schnell in den Bann gezogen. Weil sie ja sehr lebendig sind und es sich etwas rührt, Du ihnen in die Augen blicken kannst und sie auch Verbindung mit Dir aufnehmen werden. Der Schwan wurde immer mit der Anmut, Schönheit und Reinheit in Verbindung gebracht. Er ist von der Mythologie her dem Einhorn nicht unähnlich. Da man ja auch von Einhörnern wie von Schwänen erzählt, dass sie verunreinigtes Gewässer reinigen. Wenn ein Schwan oder ein Einhorn das verunreinigte Wasser mit ihrer Rienheit berührt habne, so konnte es wieder getrunken werden. Bei den Germanen gibt es die Sage vom Wasser an der Wurzel des Weltenbaumes, auf dessen Oberfläche zwei Schwäne schwimmen und dieses Wasser ist reines Lichtwasser. Heilwasser. Schwäne sind auch oft Engel die sich verwandelt haben udn Dir so ihren Schuzt anbieten um in neue Abschnitte Deines Lebens zu fliegen. Der Flug des Schwans wird seit jeher mit dem Lebensweg eines Menschen verglichen, man bedenke nur das Märchen der sechs Schwäne. Ebenso stehen die Schwäne auch immer schon mit dem Flug in die Totenwelt in Verbindung. Wer kennt ihn nicht den Ausspruch: Mit schwant übles..." Träumt man von Schwänen kann dies nun auf das Andocken von Tod, oder etwas Vergänglichem im Leben hindeuten ebenso aber auch auf die Ankunft eines Kindes. Denn in manchen Ländern wird der Schwan auch als Ersatz für den Storch gesehen. Der Schwan ist einer,d er die Seelen begleitet ins Leben, aus dem Leben aber auch in Übergängen im Leben. Und er mahnt auch zur Schönheit, Reinheit und absoluten Wahrheit. Der Schwan lässt Dich auf den Grund Deiner Seele blicken und dich Deine Talente, Feähigkeiten und Potentiale erkennen. Sag Ja zu Dir und gehe Deine Weg. Selbztzweifel hilft dir der Schwan zu überwinden. Ebenso wie aus dem hässlichen Entlein ein Schwan wurde, so verläuft auch in jedem Menschen immer wieder eine Wandlung. Und Wandlungen sind nicht immer der einfachste Weg. 

​Der Schwan zeigt dir auch immer an, dass Du dir selbst vor allem treu bleiben sollst. 

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Sanskrit - Hansa - Schwan  - Seele

Der Schwanengesang wird oft als das letzte Werk eines Musikers oder Peoten bezeichnet. Denn bekanntlich singen die Schwäne im Angesicht des Todes am Schönsten. Und so sagte man,d ass die letzen Werke, die besten und schönsten seinen, und besonders die Seele des Künstlers zum Ausdruck bringen.

 

Weiße Schwäne

Weiße Schwäne auf den Feldern,
deren Flug die Welt umspannt.
Zwischen Ankunft, Sein und Gehen,
gelingt uns kaum, sie zu verstehen,
was sie treibt, ist unbekannt.

Welches Wesen schlägt da Flügel
meterweit in weißer Pracht?
Das sich hebt auf festen Schwingen,
Menschen würde nie gelingen,
was dem Schwane zugedacht.

Welche Freude sie uns machen,
wenn kein Zwang ihr Leben lenkt,
wenn wir sie nicht an uns binden
und sie ihre Freiheit finden,
haben wir uns selbst beschenkt.

Und wie beim Schwan erscheint mir manchmal,
daß auch der Mensch ein Rätsel bleibt.
Weil niemand seine Freiheit kennt,
sein Binden nicht und was ihn trennt
und unbekannt ist, was ihn treibt.

So ist der Flug des Schwanes
gleich des Menschen Lebensweg.
Mal tief bewußt, mal unbedacht,
auf Straßen voller Glitzerpracht
und mal auf dunklem Steg.

Dem Schwane wünsch ich guten Flug
und stets ein reiches Feld.
Und dir wünsch ich nicht Gold noch Macht,
nur Mut und stete Engelswacht
und alles Beste dieser Welt.

Stephan Sarek, 1957

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