Sommersonnenwende - Johannitag - Litha

 21. Juni

Sonnenfest

Johanniskraut entfaltet  an diesem Tag zur Mittagsstunde seine größte Kraft.

Mädchen banden sich Gürtel aus "Sonnwendkraut", oft wird hier aber auch der Beifuss genannt, um die Mitte ihres Leibes, tanzten so um das Feuer und erkannten dadurch ihren Liebsten. Als ich dazu mein "Sonnwendlied" schrieb, konnte ich diese Energie des Tanzes und der Sonnenkraft des Herzens spüren und so in die Melodie und in die Worte einfließen lassen. Nun ist die Natur voller Fülle. Die Sonne steht am höchsten und die Kräuter....

Aus Beifuss binde ich einen großen Besen und der nährt mein Sonnwendfeuer. Beifuss - die Mutter aller Kräuter - schenkt uns nun seine ätherischen Kräfte für besondere Zubereitungen.

Beifussfeuer - Duftende Flammen auch zu Hause... auf der Terrasse - manchmal brauchts nichts ausser ein Feuer zum Versinken.

 

Die höchste Zeit des Jahres ist nun angebrochen. Der längste Tag fällt in den Juni. Der 21. Juni ist der letzte Tag im Tierkreiszeichen des Zwillings. Die Merkurzeit geht zu Ende, die Krebszeit bricht an. Mond regiert den Krebs. Gefühle, Gefühle, Gefühle. Die Sonne erreicht zu Mittag an diesem Tag ihren Höchststand. Nun werden die magischen Kräuter gepflückt. Johanniskraut, Beifuss, Schafgarbe, Bettstrohkraut (Labkraut), Eiche und natürlich Bärlapp.  Die Sonne verbindet sich an diesem Tag mit der Erde und schon die Kelten feierten dieses Fest. Litha oder auch Alban Hefeyn wird dieses Fest auch noch in den verschiedenen Heidentümern, Neuheidentümern, Wiccanern genannt. Mittsommernacht finde ich, hört sich noch vielversprechender an. Wer zu Walpurgis, Goethes klassische Walpurgisnacht liest, liest natürlich zur Sommersonnenwende Shakespears Sommernachtstraum. An diesem Tag ist die Grenze zur Anderswelt besonders dünn und vielerlei Geschichten ranken sich um Elfen, Geistern, Fruchtbarkeitsgöttern. Das Sonnwendfeuer galt vor allem dem Reinigen der Luft vom Bösen, deshalb wurden diese Feuer früher auch gerne auf Wegkreuzungen entzündet. Vor allem wurde auch den Ahnen gedacht und Kränze für sie ins Feuer geworfen. Die Frauen banden sich Gürtel aus Gürtelkräutern um, sprangen damit über die Glut des Sonnwendfeuers um ihre Fruchtbarkeit und Weiblichkeit zu stärken. Brennende Besen und Räder werden von den Höhen ins Tal gerollt. Der Acker auf dem das Feuer entzündet wurde, war nachher für neun Jahre fruchtbar, so wird aus Kremsmünster berichtet. Die Zahl der verwendeten Hölzer ist verschieden und schwankt zwischen 3, 7 und 9 Hölzern. Oft wird das Feuer mit einem brennenden Reisig vom Feuer des Vorjahres entzündet. Auf dem Feuer prangten der Sonnwendhansl (Johannes der Täufer 24. Juni) und das Gredl (Hl. Margarete 17. Juni). Sie verbrannten samt dem Feuer. In dieser Nacht wurden Kränze aus Johanniskraut, Walnuss- und Eichenlaub gewunden, mit denen sich junge Mädchen bekränzten um ihren Liebsten zu erkennen. Das Johannifest wird gefeiert, wenn die Natur auf dem Höhepunkt ihrer Entfaltung angelangt ist. Früher gerieten die Menschen durch Musik und Tanz in Ekstase. Sie erlebten dann bei halbbewusstem Zustand (Trance) das Elementar-Geistige der Hochsommerzeit in der Natur. Kräuter wurden ins Feuer geworfen und verräuchert um böse Dämonen und Geister fernzuhalten. An Türen wurden Sonnwendkränze, vor allem aus Eichenlaub,  gehängt um ebenfalls Böses, Gewitter und Krankheit fern zu halten. Im Stall wurde die sonnengetränkte Brennnessel verräuchert, um das Vieh vor Seuchen zu schützen. Auch findet man noch Berichte über die Johanniskrapfen, eigentlich waren damit die Hollerstrauben gemeint. Und was noch aus dieser Zeit stammt sind die Pofesen. Von den Bäuerinnen gebackener Schlögl (süßes Germteigbrot)wurde in Schnitten geschnitten, mit Zwetschenpaste bestrichen, in Ei gewälzt und im Butterfett gebacken. In Volkskundebüchern ist sogar das Essen von neunerlei Hollerkrapfen die Rede, um das ganze Jahr gesund zu bleiben. Auch wurden Brot- oder Kuchenstückchen ins Sonnwendfeuer gehalten, und diese von Mensch und Tier als Schutz vor „einwendigen Wehtan“ gegessen. Sogar Johanniskraut wurde zwischen zwei Brotschnitten gelegt und so gegessen. Dies schützte vor dem Teufel. In Kremsmünster berichtet man noch vom „Heilbrot“ zur Sommersonnenwende, das dem Hl. Ulrich geweiht war. Das semmelgroße Brot wurde auf der Unterseite mit einer Bildvignette mit dem Bild des Hl. Ulrich beklebt. Der Tag des Hl. Ulrich fällt auf den 4. Juli – also noch in die Sonnwendzeit. In der Kirche wird ja die Sonnenwende eher auf den Johannistag am 24. Juni verlegt. Die darauffolgenden 12 Nächte galten als Hl. Nächte. Ebenso wie zur Wintersonnenwende. Beachte mal genau das Datum. Es verhält sich gleich wie zur Weihnachtszeit – der Rauhnachtzeit. Die Zwölf Hl. Nächte im Sommer werden kaum mehr gepflegt. Obwohl auch dies eine der schönsten Zeiten des Jahreskreises ist. Das Treiben ist wilder und lustiger, Sommerfeste, Partys, Feuer brennen auf allen Hügeln. Vor allem die Eiche wird verbrannt. Zumindest war es der Hl. Baum der Kelten, der zu dieser Zeit seine größte Energie entfaltet. Ja nun zur Sommersonnenwende verbindet sich der Mensch mit der grünenden Eiche, das Laub ist jetzt am Schönsten, um dann zur Wintersonnenwende die Eichenmistel mit der goldenen Sichel zu ernten. Die stattlichen Eichen sind umringt von blühenden Wiesen, Getreidefeldern, den Mohnblüten, den duftenden Heuwiesen und glitzernden Gewässern. Joseph v. Eichendorff beschrieb es sehr treffend:

„ Es war als hätt der Himmel die Erde still geküsst, dass sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müsst.“

Als Kräuterfrau oder Kräutermann pflückt man nun die ersten schönen Kräuterbüschel. Die Sonne tränkt die Kräuter mit ihrer Kraft, die Blüten saugen die kosmischen Strahlen auf. Beim Pflücken bündeln wir die Kräuterkräfte. Arnika, Johanniskraut, Beifuß, Eichenblätter, Holunder, Schafgarbe, Getreideähren, Klatschmohn, Gundelrebe, Thymian, Kümmel, Eisenkraut, Kamille (Augenbraue des Baldur – Sonnengott). Der Bärlapp wird auch „Hexenmehl“ genannt. Den Staub des Bärlapps warf man ins Feuer und erzeugte so zauberhafte Blitze. Bel der Sonnengott wurde damit geehrt. Die Sommersonnenwende ist  ein Sonnenfest im Jahreslauf. Kräuterbiere wurden gebraut, Wolfskräuter um die Felder gesteckt. Zu den Wolfkräutern zählen Christophskraut, Arnika welche auch Bergwohlverleih genannt wird. Der Wolf beschützte also die Getreidefelder. Die letzte Garbe die früher aus Getreide gebunden wurde, wurde oft in Form eines Wolfes gebunden. Die Sonnwendzeit sollte fröhlich begangen werden. Binde Beifuß zu Garben und verbrenne ihn im Feuer. Binde Sonnwendkränze aus den Blüten und Kräutern deines Gartens, iss Sonnwendbrot im Sonnwendfeuer gebraten. Wandere und lege Beifuß in die Schuhe. Er ist das Wandererkraut und ein Kräutermann aus Somerset sagte dazu folgendes: „ Wenn du den Beifuß zum richtigen Zeitpunkt pflückst, dann stehen dir alle Wünsche offen.“ Der richtige Zeitpunkt ist die Sonnenwende im Juni. Es gibt so vieles zu entdecken – und wenn du dich hinein fühlst, dann wirst du bald von selbst erkennen, was zu tun ist. Wie diese Zeit gelebt werden will.

 

 

Stonehenge