Schnitterfest - Lugnasad - Mariä Himmelfahrt

Schnitterfest - Lughnasad - Erntemond 

1. August

Wer im Sommer nicht erntet, der darbt im Winter! Das weite Feld, das Heu, das reifende Maisfeld. Wenn ich durch das Land wandere, erinnere ich mich an meine Kindheit. Wenn die Familie das Heu einbrachte, und alle mit anpackten. Zog ein Gewitter auf, so spürte man den Zusammenhalt. Das wertvolle Gut sollte trocken in den Stall gebracht werden, denn das Heu soll wohl nur die Sonne gesehen haben und nicht den Regen. Es würde viel vom blumigen Aroma verloren gehen. In meiner Familie wurde fast alles mit der Hand bearbeitet. Oft schüttelte Leute den Kopf darüber, aber jetzt weiß ich es zu schätzen. Denn die Energie des Bauern durchdringt seine Arbeit. Eine Maschine arbeitet nicht unter Schweiß. Der Mensch sehr wohl.

Mondfest

Der hohe Frauentag

Der hohe Frauentag steh iaz ins Haus

da müssen alle Madln raus.

An Korb, a Kraxn und a poar Bandln zum Binden.

Oa Bleamerl ums andere wird mit Bedacht brockt und beschaut.

Des oa is guat zum Räuchern des andere guat für die Haut.

A da Mittn die Königskerzen und runumadum die Klettn,

heuer wird er wieder bsunders sche diser Buschn,

i tat drauf wettn.

All die Weiberleut

habn so a Freud.

Es gibt koa böses Wort, dafür a Schluckerl zum Trinka,

a Brot und a Liad zum Singa.

Und wann geht die Sunn auf überm Land,

dann hat jede ihrn Himmelfahrtsbuschn in der Hand.

Die Heilige Frauenzeit stellt sie jetzt ein.

Es war allweil so und soll a immer so sein.

 

Monika Rosenstatter

 

Hoher Frauentag - Maria Himmelfahrt

15. August

Traditionelles Kräuterbuschenbinden im Frauenkreis

Eine Strauß zu binden aus duftenden, heilenden und vergessenen Kräutern bietet eine Zeit des Atmens. Atmen mit der Sommerkraft, atmen mit dem ganzen Körper und mit dem Schoß der Mutter Erde. Die Liebfrauenbettstrohkräuter werden zu Büscheln gebunden. Hierzu zählen unter anderem Labkraut, Dost, Johanniskraut, Schafgarbe, Waldmeister, ... Der Würzwisch, Maria Himmelfahrtsbuschen oder auch Neunkräuterbuschen.... ist ein Ritualgebinde. Die Frauen mussten unbeschrien in den frühen Morgenstunden losziehen und die Kräuter suchen und binden. Unbeschrien bedeutet, dass sie noch nichts geredet haben, dass sie bei der Arbeit schweigen. Es ist eine Meditation. In den Buschen werden gute Wünsche für die ganze Familie gebunden, um Schutz vor Unwettern, Seuchen und Krankheiten gebeten. Diese Kräuter tragen die volle Sonnenkraft in sich. Und auch schon den Impuls des Reifens und nahenden Samenbildung.